Dienstag, 23. Juli 2013





                                       Frisch vom Baum und schon Zellulitis!







                                                                                     Mord im Olivenhain?







                                       Eine Hundehitze ist das wieder heute!




  
                                                        Strand und Sand!





                                     Der Oligarch macht kurze Pause am Strand



Die griechische Sprache:

Die griechische Sprache ist schwer zu erlernen für Nicht-Griechen, sagen die Griechen. Wenn ich mir das Alphabet anschaue, glaube ich das gerne! Trotzdem habe ich es mir vor der Reise zur Aufgabe gemacht, das griechische Alphabet so halbwegs zu erlernen, damit ich zumindest Hinweisschilder entziffern kann. Das ist sehr nützlich, weil es Straßenhinweisschilder manchmal nur auf Griechisch gibt, und flugs ist man schon irgendwo, man weiß nicht wo, und der, den man nach dem Weg fragt, hat keine Ahnung, was man will, redet aber ohne Unterlass auf einen ein und fuchtelt mit den Händen in alle Richtungen.
Um das zu vermeiden, habe ich mich also mit der Basis der griechischen Sprache beschäftigt. Eigentlich hat das Alphabet viel zu viele Buchstaben. Es gibt mehrere i und s. Und manche Buchstaben spricht man im Zusammenhang mit anderen gleich gar nicht aus.
Und dann das Ja und das Nein. Ja heißt ne. Nein heißt ochi - viel zu lang! Das Schwierigste ist, im Gespräch mit einem Griechen daran zu denken, daß nein eigentlich ja heißt und die richtige Kopfbewegung dazu zu machen. Also ja zu denken, ne zu sagen und den Kopf nach vorne zu neigen und nicht zu schütteln. Mit ein bißchen Übung funktioniert es dann auch langsam.
Für viele Wörter braucht man ein bißchen, um sie sich zu merken. Aber das für mich wichtigste Wort habe ich mir gleich gemerkt: Sacharoplastio - die Konditorei!


Die deutsche Sprache ist voll von griechischen Fremdwörtern wie Logik oder Organisation. Ob sich im heutigen Griechenland der Sinn dieser Fremdwörter  jedoch schon jedem erschlossen hat, bezweifle ich. Schließlich kommt ja auch das Wort Chaos aus dem Griechischen.
 

Sonntag, 21. Juli 2013




Mondän trifft auf bäuerlich:

Wie Ihr schon mitbekommen habt, befinde ich mich hier in einer eher ländlichen Gegend. Aber wie verschlägt es einen dort hin? Zum ersten Mal landete ich hier, als der beste aller Ehemänner ein Inserat sah, in dem ein neues Hotel in Griechenland vorgestellt wurde. Schon wurde es gebucht, und bei meiner Ankunft bemerkte ich, daß es sich hier tatsächlich um ein In-Hotel handelt. Reiche und Wohlhabende aller Art (Athener, Russen, Amerikaner, Deutsche, Österreicher und der Rest der Welt) gehen hier aus und ein. Das heißt - eigentlich mehr ein, denn die einfache Umgebung interessiert viele Reiche nicht. Man bewegt sich üblicherweise aus der Hotelstadt nicht heraus.
Da ich aber unter einem Forschertrieb leide, wurde sofort auch die Umgebung untersucht. Wunderschöne Landschaft und Strände! Ansonsten einfache Dörfer mit vielen Bauern. Keine weiß-blauen Häuser wie auf den Kykladen. Und viele altertümliche Gefährte auf den Straßen.
Wo unter der Woche nur die Traktoren aus den Fünfzigern tuckern, die spoilerverzierten, aber sonst völlig verbeulten Mazdas aus den Achtzigern herumgurken und die auffrisierten und furchtbaren Lärm verursachenden Zweitakter-Mopeds ihre Runden ziehen, fallen plötzlich ab Freitag Nachmittag die Luxuskarossen ein - die Mercedesse mit Flügeltüren, die Lotusse, Maseratis und Ferraris, die es trotz der griechischen Bodenwellen bis hierher geschafft haben, und die größten geländegängigen Autos am Markt. Statt verstaubter Bauern im löchrigen T-Shirt besiedeln nun die durchgestylten Großstädter die Straßen. Über ihnen braust der Helikopter hinweg, der die ganz Eiligen ins Hotel fliegt.
Am Wochenende fallen dann ein paar Familien per Rad aus dem Hotel aus (vermutlich keine Griechen), und manch einer verirrt sich in die kleine Lokalmeile in Gialova oder in den lokalen Supermarkt. Am Sonntag Abend setzt sich dann der ganze Tross wieder in entgegengesetzte Richtung in Bewegung und der Spuk hat ein Ende. Tourismus auf Griechisch!  





Freitag, 19. Juli 2013

Das Dörfchen Koryfasio:


In meinem Dorf Tragana ist nichts los, aber im Nachbardorf Koryfasio spielt sich das Leben ab!

In einem österreichischen Dorf so klein wie Koryfasio gibt es gar nichts, aber in Koryfasio gibt es die volle Infrastruktur:
zwei Damen- und zwei Herrenfriseure (Barbiere)
vier Supermärkte, davon einer modern, mit Englischkenntnissen und absolut brauchbar, zwei mit Ostblock-Touch
eine Apotheke
zwei Tavernen
einen Fleischhauer
zwei Cafés und mehrere Kafeneions
einen Baumarkt

Im Dorf kennen uns schon alle und winken uns zu, denn schließlich sind wir die einzigen Ausländer und eine Attraktion. Zuweilen schüttelt uns auch der Tavernenwirt mit ernster Miene die Hand.

Am liebsten besuchen wir aber die Lokale, die von den freundlichen Frauen geführt werden. "Die schöne Elena" bringt uns immer unseren Tee und Kuchen. Kurioserweise trinken wir Ausländer Kamillentee. Zu Beginn konnte sie es kaum glauben und sich nicht dazu entschließen, Kamillentee auf Lager zu legen. Wenn wir ins Cafe kamen, schurlte sie schnell ins Nachbarcafe und borgte sich welchen aus. Aber jetzt hat sie sich mit dieser seltsamen ausländischen Gewohnheit schon angefreundet.
Im Cafe sehen wir jeden Tag die selben Männer sitzen, die sehr wichtige Besprechungen haben - zum Glück verstehen wir sie nicht! Idealerweise sitzt auch jeder an seinem eigenen Tisch und schreit zu den anderen hinüber. Wozu einen Tisch teilen? Dann sieht das Cafe ja leer aus!


Wenn man kann, fährt man mit einem großen neuen Auto vor, auch wenn man das Geld besser in ein schon arg angegriffenes bzw. bereits teilweise fehlendes Gebiß investieren sollte. Andere wieder benötigen zum Gehen ins Cafe einen Stock - der untere Teil eines Sonnenschirms läßt sich dafür besonders gut einsetzen.

In der Taverne bedient uns die freundliche Mary, die einzige mit Englischkenntnissen in Koryfasios Gastgewerbe. Ihre Mutter begrüßt uns immer freundlich mit dem Fleischerbeil winkend aus der Küche und schickt uns als Nachspeise einen Kuchen.


Beim Apotheker kann man nicht nur Augentropfen erwerben. Nein, er tropft sie einem gleich ein! Wo gibt es das bei uns noch? Bei kleinen Verletzungen macht man sich auf zu George und wird sofort professionell verarztet. Nur operieren sollte man sich von ihm nicht lassen, meint mein Vermieter.

Im Supermarkt, wo die Wartezeit an der Kassa im Schnitt eine Minute ausmacht, kann man diese Zeit mit Fernsehen überbrücken, denn selbstverständlich hat jedes Verkaufs- oder gastronomische Lokal einen Flachbildfernseher.
Auch am Sonntag und spät am Abend kann man noch gemütlich für den spontan geplanten Barbecue einkaufen. Service nennt man das, und er wird mir sehr zu Hause abgehen!




Donnerstag, 18. Juli 2013


Göttliche Körper:

Die Männer mit den schönsten Körpern findet man eindeutig in Griechenland! In den Museen wimmelt es nur so von ihnen! Am Strand leider nicht immer.



Göttliche (oder halbgöttliche) Körper - Hermes




Was man bezahlt und was man bekommt:

Oft ist es ja so, daß man für etwas viel bezahlt und sehr wenig dafür bekommt. Manchmal geht es aber auch anders. 
Man bestellt einen Ouzo oder ein Glas Wein und bekommt dazu einen Mezes-Teller. Auf diesem Teller finden sich täglich andere kleine Köstlichkeiten - Oliven, Brot, Wurst, Fleisch, Tsatsiki,  Erdäpfel, Paradeiser, Gurken und sonstiges. 
Zum Tee oder Kakao gibt es zwei Stück Kuchen, das alles für zwei Euro. 
Manchmal ist es doch nicht nur zu Hause am besten!





Verkehr auf Griechisch:

Was tummelt sich so auf den Straßen der griechischen Provinz? Kurz gesagt ein Haufen alter Tschäsn. Kaum gewaschen bzw. entstaubt, verbeult, irgendwelche abhanden gekommenen Teile. Vom Alter her läuft vieles schon unter Oldtimer. Nur die Traktoren sind oft noch älter. Ich dachte zunächst, es handle sich um einen wilden Traktorenfriedhof neben der Straße, bevor ich bemerkte, daß dies der örtliche Traktorhändler des Vertrauens ist. Nur die Mopeds sind etwas jünger, schließlich werden sie ja auch von der Jugend gefahren, die sich nicht genieren will. Wer etwas auf sich hält, der frisiert seines auf, denn schließlich sollen die Alten in der Nacht doch nicht zum Schlafen kommen!
Begrenzungspflöcke und Bodenmarkierungen sind nicht unbekannt, aber fast. Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es, manchmal auch selbst gemalt. Nur daran halten tut sich bestenfalls ein Ausländer, und der auch nicht lange.
Verkehrsregeln kennt man im Großen und Ganzen nicht. Dafür setzt man bei Kreuzungen, an denen sich dem durchschnittlichen Griechen nicht erschließt, wer nun Vorfahrt hat, auf Augenkontakt und Winken, die menschlichere Variante des Autofahrens eben.
Viele griechische (wie auch spanische) Autos dürften nicht mit Blinkern ausgestattet sein, aber definitiv mit Warnblinkanlagen. Statt beim rechts Ranfahren zu blinken, bleibt man einfach stehen, kurbelt das Fenster herunter, streckt die Hand hinaus und winkt dem Nachkommenden, daß er doch überholen möge. Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?
Die Warnblinkanlage erweist sich überhaupt als sehr praktisch. Durch sie teilt der griechische Autofahrer folgendes mit:
  • Ich muß erst nachdenken, wohin ich will, es fällt mir im Moment aber nichts ein.
  • Wo bin ich?
  • Ich werde in Kürze etwas tun, weiß aber noch nicht was.
  • Hinter mir Fahrender: Mach' dich auf alles gefasst! Vielleicht biege ich ab, vielleicht kehre ich um, vielleicht fahre ich aber auch gerade aus weiter. Vielleicht halte ich an, um mit dem entgegenkommenden Autofahrer zu tratschen (man kennt das auch aus Wien-Ottakring).
Der Leser wird sich nun fragen, wie es das alles gibt. Die Antwort kam von meinem Vermieter: in Griechenland kann man sich nach wie vor den Führerschein kaufen! Nein, nicht wie bei uns - ohne Fahrstunden und Prüfung und etwas günstiger natürlich!




Drive-in ins Cafe auf Griechisch - mit Kind und ohne Sturzhel









Morgen geht's in den Olivenhain!



Montag, 1. Juli 2013


Flugverkehr über dem Peloponnes:

Messenien und vermutlich der ganze Peloponnes sind sehr bäuerlich. Abgesehen von den Charterflügen, die neuerdings nach Kalamata gehen, würde man sich nicht vorstellen, daß hier am Himmel viel los ist. So kann man sich irren!
Auf einer Insel südlich des kleinen Fingers des Peloponnes hat das Militär einen Fliegerstützpunkt, und von dort aus starten die kleinen Kampfjets, um ihre Runden zu drehen. Von meinem Haus aus sieht man sie nicht, aber man hört sie! Pünktlich um 7.30 Uhr machen sie den Touristen-Schlafmützen ein Ende des Träumens. Kürzlich war ich in einem Touristenort nahe der Flugbasis - na, da hat man seine Freude! Dauernd fliegen sie einem um die Ohren! Und vor ein paar Tagen war ich zum Abendessen in einem Ort im Landesinneren, da zog einer im Tiefflug direkt über den Hauptplatz, man konnte förmlich sehen, wie der Pilot sich eines lachte.
Angesichts der Krise fragt man sich, ob dieses Geld nicht sinnvoller ausgegeben werden könnte. Griechenland steht zwar in medialem Krieg mit Deutschland, aber zu Kampfeinsätzen wird es vermutlich doch nicht kommen!
Neben Kampffliegern dröhnen auch regelmäßig Hubschrauber über mein Haus hinweg. Es sind die Heli Transfers, die neuerdings ins nahe gelegene Luxushotel fliegen. So kommt man als reicher Russe oder Grieche an seinen Platz am Strand. Reiche Griechen? Ja, die gibt es noch zuhauf. Ihr Geld ist ja im Ausland gebunkert!


Abendessen im Hinterland:

Als Tourist geht man so seine touristischen Wege, man will sie aber auch hin und wieder verlassen. Gesagt, getan! Auf in einen etwas größeren Ort in Richtung Berge, er soll hier nicht genannt werden.
Es ist 20 Uhr. Um diese Zeit knurrt dem gemeinen Mitteleuropäer schon kräftig der Magen. Bis 22 Uhr, wo die Griechen essen, hält er es meistens nicht aus. 
Zunächst drehen wir unsere Runden um die Platia, den Hauptplatz. Dort ist oft das Essen angesiedelt. Zwei Runden, aber wir sehen nur ungefähr 15 Kafenions, Cafés, die mit alten Männern besiedelt sind. Alle starren uns an, keiner redet, keiner lacht. Ich denke schon, ich bin versehentlich in einem der gottesfürchtigen Länder gelandet, wo man nur ernste Männer sieht, aber keine Frauen. Doch da sind sie! Hinter der Bar oder manchmal als Bedienung, sie tragen sogar Mini-Röcke. Ich bin erleichtert!
Englisch spricht keiner, bis wir endlich von einer Supermarkt-Kassierin erfahren, wo das einzige Lokal zum Essen zu finden ist. Es ist sogar sehr schön eingerichtet und hat nicht den Ostblock-Charme vieler Tavernen hier. Das war es dann auch schon wieder. Der Wirt und die Frauen im Hintergrund nehmen uns grußlos in Empfang. Der Wirt stellt sich wortlos an unseren Tisch und wartet ab. 
Wir: Menue?
Er: schüttelt den Kopf
Wir: Greek salad?
Er: nickt
Wr: Tsatsiki?
Er: nickt
Wir: Souvlaki?
Er: nickt
Wir: Chicken?
Er: nickt
Wir: Patates?
Er: nickt
Glück gehabt! Wir müssen nicht hungern an diesem Abend.
Der Sohn bringt uns das Essen mit einem freundlichen Kali Orexi - Guten Appetit. Der Lichtblick unseres Abendessens!

Gestern kam ich mit einem jungen Mann ins Gespräch. Es stellte sich heraus, daß er aus diesem Ort kommt. Er arbeitet in Athen und im Ausland. Er hat viel gelacht und war sehr freundlich. Gott sei Dank!

In einem freundlicheren Lokal


Donnerstag, 27. Juni 2013




Seit ein paar Jahren läuft alles sehr korrekt ab beim Bezahlen. Überall hängt dieser Text aus. Auch für Ausgaben von 50 Cents bekommt man einen Kassenbon.

Nur auf der Tankstelle bekommt man keinen. Aber da wird ja meistens nur um 5 Euro getankt. Ein Tourist, der volltanken läßt, ist fette Beute für den Tankstellenbesitzer!

Apropos "volltanken läßt" - hier gibt es noch Service, und man kann gemütlich im Auto sitzen bleiben. Der Service reicht dann aber auch wieder nicht so weit, daß einem die Windschutzscheibe geputzt wird!

Apropos Tankstelle allgemein - hier gibt es fast alle ein bis zwei Kilometer eine Tankstelle. Dieses Phänomen kenne ich schon vom Kosovo. Dort wollen die Leute (Männer), die im Ausland gearbeitet haben, ihr Geld investieren, und etwas anderes fällt ihnen absolut nicht ein. Willkommen im Tankstellen-Land!

Hier kann man neben dem Tanken bequem zum Bäcker einkaufen gehen (am Hauptplatz von Pylos)

Dienstag, 25. Juni 2013


Die Tierwelt Messeniens:


"Haustiere":

Neben gelegentlichen Gelsen und Fliegen wohnt ein Gecko bei uns im Haus. Er hat es gern ruhig und dunkel. Aus Fernsehen scheint er sich nichts zu machen, denn er verschwindet, sobald wir die Abendnachrichten schauen.
Rudi, unser Urlaubshund, von dem schon berichtet wurde, liegt meistens faul auf der Terrasse herum und wartet auf Liebkosungen.
Im Innenrohr des Kamins haben sich die Spatzen ein Nest gebaut. Im Wohnzimmer hören wir die Jungen aus dem offenen Kamin piepsen - HiFi mit beruhigendem Vogelgezwitscher wurde also ins Ferienhaus schon eingebaut. Der kleine dicke Spatz sitzt praktischerweise zwischen seinen Flugversuchen in der Dachrinne, damit er nicht heraus fällt.
Auch die Schwalben haben bei uns ihre Jungen aufgezogen. Sie mußten lernen, waghalsige Manöver unter unserer Markise zu fliegen und Wasser aus dem Pool zu trinken. Das funktioniert wie bei Löschflugzeugen, die auch im Flug Wasser aufnehmen. Sie sperren die Schnäbel weit auf, streifen kurz die Wasseroberfläche im Fliegen und trinken auf diese Weise. Bei manchen wird es aber auch nur ein Bauchfleck. Wenn getrunken werden muß, dann muß getrunken werden, da muß auch der Schwimmer im Pool in Deckung gehen. Wagehalsig ziehen sie neben meinem Kopf vorbei und tun so, als wäre ich gar nicht da.
Die Fledermaus, die in den Falten unseres abgespannten Sonnenschirms übernachtet, müssen wir leider täglich aus ihrem Schlaf reißen.
Die Schlange hat nur am ersten Tag kurz vorbei geschaut und sich ein neues Revier gesucht.
Angeblich gibt es "Schlangenadler" hier. Jedenfalls sehe ich die Adler majestätisch ihre Kreise ziehen, wenn ich so am Pool liege und in den Himmel schaue.
Hoppla, ein Haustier ist der Adler nicht mehr ganz. Also schnell weiter zu den wilden Tieren!



Wildtiere:

Dazu gehört natürlich wieder Rudi, unser Urlaubshund. So brav er auch tagsüber bei uns auf der Terrasse liegt, so wild strawanzt er nächtens in den Olivenhainen und der Nachbarschaft herum. Denen muß man ja schließlich zeigen, wer der Herr ist!
Auf meinen Morgenspaziergängen sehe ich viele Tiere, die einem bei uns leider nicht mehr oder nur mehr selten vors Auge kommen.
Ein Schakal, ein Fuchs, Wiesel und eine Smaragdeidechse haben so schnell Reißaus vor mir genommen, daß ich sie nicht mehr fotografieren konnte.
Zum Fotografieren interessanter sind eindeutig Insekten, von denen manche zumindest kurz still halten.
Die ersten Insekten, auf die man stößt, sind die Spinnen - leider, denn ich bin doch etwas arachnophob und marschiere nicht gern direkt mit meinem Gesicht in riesige Spinnweben, die über den ganzen Weg gespannt sind und (aus meiner Sicht) meist scheußlich aussehende und riesige Spinnen in ihrer Mitte beherbergen. Zu früh darf ich mich also nicht auf den Weg machen. Ich muß erst warten, bis ein paar Bauern auf ihren Traktoren über die Wege gefahren sind. Die sind es sicher schon jahrelang gewöhnt, daß sie grässliche Tiere mitten im Gesicht haben und die Spinnweben noch dazu. Danach hängen die Spinnen bedrohlich in den Resten ihrer Werke und schauen auf mich herab, wenn ich unten durch gehe (igitt!).
Na ja, da sind aber außerdem noch unzählige Käfer in allen Größen und Farben, Unmengen an Grashüpfern, Grillen, großen fliegenden Brummern in allen Farben, riesige Libellen und wunderschöne Schmetterlinge, die überraschenderweise das Spritzen der Olivenbäume überlebt haben.


















Zikaden, Kröten und Ferkel:

Zu Beginn unseres Aufenthalts hatten wir schon leichte Sorge, wo das typische südliche Sommergeräusch bleibt, das zu jedem Urlaub gehört - die Zikaden. Aber diese werden erst Mitte Juni so richtig aktiv. Jetzt ist es also doch noch richtig Urlaub geworden!
Dafür hörten wir ganz laute Geräusche von unserem Garten aus. "Kröten", meinte ich. "Ach wo, Ferkel", der beste aller Ehemänner. "Da ist im Dorf wo ein Schweinebauer". Wie dem auch sei, nach einer Woche waren die Geräusche weg. Entweder hat jemand endlich seinen Pool geputzt und die Kröten befreit. Oder die Ferkel sind dem sonntäglichen Spanferkelessen in den dörflichen Tavernen zum Opfer gefallen. 
Ich bin für die Pool-Variante!

Eine noch verpuppte Zikade vor dem Aufstieg auf den Baum


Besteigung des Paleio Kastro:

Zeitig in der Früh habe ich das Palaio Kastro bestiegen. Dieses war schon im griechischen Altertum eine Festungsanlage, danach von Franken, Venezianern und Ottomanen ausgebaut. Heute eine Ruine mit traumhaftem Ausblick. Auf dem Weg hinauf (unter den strengen Augen der Spinnen über mir - brrr) habe ich ein paar Schlangen aufgeweckt. Die anderen haben sich schnell verkrochen, aber eine ließ sich gemütlich fotografieren.











Der Traktorhändler hat jetzt auch ein Boot im Angebot!





Sonntag, 23. Juni 2013


Schließung des staatlichen griechischen Fernsehens:

Vor einer Woche wurden die drei Sender des staatlichen griechischen Fernsehens geschlossen. 2500 Personen verlieren ihre Arbeit. 2500 Personen, die nichts gearbeitet haben - sagt mein Vermieter (und anscheinend auch Brüssel und die griechische Regierung). Diese sind in Streik gegangen - indem sie weiterarbeiten.
Nachsatz: ein Gericht in Athen hat die Schließung aufgehoben.
Weiterer Nachsatz: die griechische Koalition ist dadurch in eine Krise geraten.
Fortsetzung folgt.

Sagen des klassischen Altertums:

Seit der Schulzeit schon mal wieder die Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab gelesen? Die wahrste Fundgrube für Produktnamen, Ländernamen und sonstige Bezeichnungen aller Art im Haushalt.
Außerdem spielen absolut lässige Helden mit! Zimperlich ist man nicht. Feinde, aber auch Familie werden nicht verschont und hingemetzelt, geopfert und was sonst noch!

Der Urlaubshund:

Wir haben einen Urlaubshund! Eigentlich gehört er, gemeinsam mit zwei anderen, unserem Vermieter. Aber schon bald hat der Hund sich bei uns eingemietet. Brav geht er auch mit mir spazieren und beschützt mich. Das heißt, so lange er nicht andere Hunde sieht, denn dann ist er weg und ward nicht mehr gesehen. 
Daß er jetzt unser Hund ist, hat auch damit zu tun, daß das Urlaubsherrl immer köstliche Hundekekse bei der Hand hat. Manchmal wird sogar vom Fleischhauer ein Knochen mitgebracht - ein Festmahl! Was will Hund mehr!
Außerdem bürstet das Urlaubsherrl regelmäßig sein Fell, damit es wieder leuchtend weiß wird. Meistens schmeißt sich der Urlaubshund gleich darauf in den Dreck und kommt stolz mit Flecken in allen Farben zurück.
Er heißt - tja, das ist das Problem. So richtig hat er noch keinen Namen. Das Urlaubsherrl hat im Laufe unseres Aufenthalts schon mehrere ausprobiert. Aber keiner hat uns so richtig gefallen. Jetzt heißt er Rodi. Inspiriert durch Rodion Rodionowitsch aus Schuld und Sühne, der Urlaubslektüre. Ich tendiere mehr zu Rudi, er sieht auch irgendwie aus wie ein Rudi.
Egal, wie wir ihn rufen, er kommt sowieso nicht. Aber fehlen wird er uns zu Hause schon. Und wir und unsere Hundekekse ihm sicherlich auch!




Mein Versuch, den Hund und mich gemeinsam aufs Foto zu kriegen, ist fehlgeschlagen. Rudi glaubt nämlich, die Kamera ist etwas zu essen.