Gemütlich am Strand:
Bekanntlich erkennt man ja die verschiedenen Nationalitäten am Urlaubsort an ihrem Verhalten. Wie zum Beispiel die Deutschen und Österreicher, die immer Liegen mit ihren Handtüchern besetzen. Die Griechen erkennt man - abgesehen von Aussehen und Sprache - daran, dass sie am Nachmittag für längere Zeit vom Strand verschwinden und erst dann wieder auftauchen, wenn es den Mitteleuropäer zurück in seine Unterkunft treibt, weil ihn schon der Hunger nach Abendessen plagt. Der Grieche hat währenddessen schon ausgiebig zu Mittag gegessen und sein obligates Schläfchen gemacht.Außerdem ein ziemlich untrügliches Zeichen für Griechen am Strand sind deren Klappsessel, die nur ganz kurze Beine haben. Zwei kurzhaxerte Sesserl unter einem Schirm - das sind fast sicher Griechen. Die Griechen sind zwar generell kleiner als wir, warum sie aber so kurze Sesselbeine brauchen, weiß ich nicht. Vermutlich würde ein normaler Campingsessel irgendwie im Sand abtauchen.
Gerne häte ich gesehen, wie diese beiden Damen aus ihren Seeserln wieder herausgekommen sind.
Urwaldbewohner?
Keine Sorge, bei dieser Dame handelt es sich nicht um eine Frau von einem Amazonas-Stamm, die sich nach Griechenland verirrt hat. Es ist auch keine Soldatin im Natur-Tarnanzug. Die gute Dame will nur ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Wir befinden uns nämlich an einem Kurort. Dieser punktet vornehmlich durch den Hauch von Verfall, der ihn umgibt. Es gibt zwar ein sehr teures Luxushotel, in dem man wunderbar kuren kann, das ist aber für die Durchschnittsbürger nicht erschwinglich. Das ehemals staatliche Kurhotel liegt gleich daneben in Ruinen danieder. Somit muß frau sich selbst helfen. Mit selbstgebastelten Utensilien schöpft sie den heilenden Schlamm aus einem Schlammloch in einer Art Park. Der Schlamm soll bei Hautkrankheiten und Rheumatismus helfen. Also rasch auf den ganzen Körper aufgetragen und einwirken lassen! Die Wartezeit verbringen die Urwaldbewohnerinnen mit einem kleinen Plausch, bevor sie sich mit Wasser aus der Thermalquelle wieder reinigen lassen. Dazu hat man die bessere Hälfte mitgebracht. Das Ganze nachwirken lassen kann man dann am Strand, der sich in der Nähe befindet.Nah am Himmel:
Sehr interessant fand ich dieses Krankenhaus (ja, so sehen die leider hier aus), als ich irgendwo auf der Durchreise war. Auf dem Dach befindet sich eine kleine Kirche. Platzmangel dürfte wohl nicht der Grund gewesen sein, warum diese obendrauf steht. Vielleicht wollte man näher an der himmlischen Zentrale sein? Schließlich braucht man ja an einem Ort wie diesen mehr göttlichen Beistand als sonst üblich. Na ja, und falls etwas schief geht mit der ärztlichen Behandlung, ist man auch gleich näher dran an der Himmelfahrt.Es stinkt zum Himmel!
Es stinkt zum Himmel, was in Pyrgos mit dem Müll passiert - nämlich gar nichts. Dabei habe ich beim Durchfahren interessanterweise gar keine Geruchsbelästigung wahrgenommen. Vermutlich werden diese Müllhaufen regelmäßig angezündet, bevor sie wieder durch neue ersetzt werden. Trotzdem werden die Müllberge immer größer.Das kam so: die bestehende Mülldeponie mußte geschlossen werden, weil sie nicht den EU-Vorschriften entsprach. In einem Ort in der Nähe wurde ein Ersatzplatz gefunden. Allerdings gingen dort die Bürger auf die Barrikaden und die Straße. Aus der Ersatzmülldeponie wurde nichts. Seitdem ist offensichtlich keinem der Verantwortlichen mehr etwas dazu eingefallen. Vermutlich fühlt sich auch keiner verantwortlich. Das geht nun schon seit eineinhalb Jahren so. Ich bin schon gespannt, was hier weiter passiert (oder nicht).
Die perfekte Infrastruktur:
Ich besuche eine der am besten erhaltenen und größten Burgen aus dem Mittelalter am Peloponnes (bekanntlich steht hier ja fast auf jedem Hügel eine mehr oder weniger zerfallene Burg). Es ist ein heißer Tag und ich trinke viel. Irgendwann muß das alles wieder raus und ich begebe mich auf die Suche nach dem stillen Örtchen. Ich suche das ganze Burggelände ab und finde nichts. Auf meine Nachfrage hin wird es mir gezeigt. Es steht am Parkplatz vor der Burg. Besucherfreundlichkeit ist ja bekanntlich alles!
Die etwas andere Tankstelle:
Der gebräunte linke Arm:
Eigentlich müßte es in Griechenland eine ganze Menge Leute geben, deren linker Arm viel gebräunter ist als der rechte. Nachdem es hier ja noch eine ganz erkleckliche Anzahl an alten Gurken ohne Klimaanlage gibt, bleibt einem nichts anderes übrig, als mit offenem Fenster Auto zu fahren. Bei den Herren der Schöpfung hängt dabei üblicherweise der linke Arm lässig aus dem Fenster. Und da bleibt er auch. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich hinter so einem Autofahrer herfahre, wie der es schafft, nur mit der rechten Hand zu lenken und zu schalten. Jetzt wird sich so manch einer denken „Ja, das ist doch keine Kunst!“. Derjenige hat aber noch nicht die Straßen hier gesehen, es geht ununterbrochen bergauf und bergab, nach links oder nach rechts. Daneben muß man noch diversen Schlaglöchern oder Mopeds und Radfahrern ausweichen, die einem auf der falschen Straßenseite entgegen kommen. Also ich könnte das alles nicht einhändig, außer ich hätte ein Automatik-Getriebe, aber das haben die alten Gefährte hier sicher nicht. Vielleicht fahren sie auch immer nur in einem Gang? Wahrscheinlich sind die anderen eh schon eingerostet. Na ja, vielleicht nimmt mich einer dieser Sommer-Einhändigen einmal mit, dann überprüfe ich das Ganze höchstpersönlich und gebe euch danach Bescheid!PS: bin gerade mit einem mitgefahren - im dritten Gang auf der Überlandstraße, mir brummt jetzt noch der Kopf von dem Getöse!
Feriencamp für Kinder:
Melonenernte:
Und wenn wir schon in der Landwirtschaft sind - manche Leute meinen, ich schwindle und das seien Melonen, aber es sind Zitronen. Und zwar die der Nachbarin. Meine eigenen sind noch nicht ganz so groß.
Aber ich kann auch einen Erfolg aus dem eigenen Garten vermelden - meine erste Feige! Noch dazu in einer ansehnlichen Größe! Leider ist sie die einzige. Meine heurige Ernte wird sich vermutlich auf ein Stück beschränken. Aber macht nichts - nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr!

























