Freitag, 18. September 2020

Ein griechischer Covid-Schwank


Angesichts der schlechten Gesundheitsversorgung im Land hat die griechische Regierung nach Meinung der meisten Leute gut gehandelt und rasch einen relativ strengen Lockdown verhängt. Dass danach nicht immer alles perfekt lief, unterscheidet Griechenland nicht von anderen europäischen Ländern. Aber mit ihrer Mund-Nasenschutz-Aktion haben sie dann doch den Vogel abgeschossen.

Mit der Maskenpflicht in der Schule kamen auch Beschwerden, dass der Staat doch Masken bereitstellen soll, wenn man sie schon tragen muß. So wurde beschlossen, dass alle Schulkinder an ihrem ersten Schultag zwei Stoffmasken und eine wiederbefüllbare Wasserflasche bekommen sollten. Mit einer Woche Verspätung kam dann auch der Schulbeginn, und die Kinder fanden ihre Masken vor. Nur mit der Größe haut es nicht ganz hin. Die meisten sind nämlich riesig und passen nicht einmal Erwachsenen.

 


 

Wie konnte das passieren? Der Hersteller, der normalerweise Alutüren und -fensterläden produziert (!), ging genau nach Anweisung des Ministeriums vor, nach der die Masken 12x22 cm groß sein sollten, angeblich von Gesundheitsexperten so vorgeschlagen. Laut Ministerium sollte das aber die Größe des Zuschnitts vor dem Nähen sein. Nur hat man das dem Hersteller nicht so kommuniziert. Schlampigkeit gehört nämlich zu Griechenland wie der Ouzo. Ein Missverständnis nennt man es hier. Von den sicher unzähligen Leuten, die die Masken genäht haben, ist anscheinend keinem etwas aufgefallen!? Hat da keiner nachgefragt? Oder ging es nach dem Motto „Vurschrift is Vurschrift!“?

Jedenfalls wurden 1,5 Millionen Masken in falscher Größe genäht! Das ist ein Drittel der Gesamtmenge, für die € 6,5 Millionen ausgegeben wurde. Sobald es korrigierte Anweisungen gibt, werden die Masken nachproduziert, so heißt es.

Die Griechen haben es mit Humor genommen. Manche Eltern machen sich allerdings Sorgen, dass sie ihre Kinder nicht erkennen, wenn sie sie von der Schule abholen. Möglicherweise nehmen sie das falsche Kind mit nach Hause! Denn unter den „Fallschirm-Masken“ sind keine Gesichter mehr zu sehen!



 

Und es gibt auch schon kreative Lösungen - man trägt die Masken als Unterhosen, oder man schneidet einfach Löcher für die Augen hinein und das Problem ist gelöst!


Weitere Kommentare aus dem Netz:
Baby, du wirst schon noch hineinwachsen!   



Die sind für die Köpfe auf den Osterinseln!
Vielleicht haben die Kinder heutzutage einfach zu kleine Köpfe?


Nur eine Abgeordnete, die Schwester des Premiers, gab zu, dass es sich um einen katastrophalen Fehler handelt. Ich frage mich ja außerdem, wer den entstandenen Schaden bezahlt? Der Staat? Der Hersteller? Und was nur ich mich frage - wieso bekommt ein Türenproduzent einen Auftrag für Stoffmasken? Aber das wundert die meisten hier vermutlich nicht. Da kannte einer wohl jemanden, der jemanden kannte, der jemanden kannte ….