Montag, 1. Juli 2013


Flugverkehr über dem Peloponnes:

Messenien und vermutlich der ganze Peloponnes sind sehr bäuerlich. Abgesehen von den Charterflügen, die neuerdings nach Kalamata gehen, würde man sich nicht vorstellen, daß hier am Himmel viel los ist. So kann man sich irren!
Auf einer Insel südlich des kleinen Fingers des Peloponnes hat das Militär einen Fliegerstützpunkt, und von dort aus starten die kleinen Kampfjets, um ihre Runden zu drehen. Von meinem Haus aus sieht man sie nicht, aber man hört sie! Pünktlich um 7.30 Uhr machen sie den Touristen-Schlafmützen ein Ende des Träumens. Kürzlich war ich in einem Touristenort nahe der Flugbasis - na, da hat man seine Freude! Dauernd fliegen sie einem um die Ohren! Und vor ein paar Tagen war ich zum Abendessen in einem Ort im Landesinneren, da zog einer im Tiefflug direkt über den Hauptplatz, man konnte förmlich sehen, wie der Pilot sich eines lachte.
Angesichts der Krise fragt man sich, ob dieses Geld nicht sinnvoller ausgegeben werden könnte. Griechenland steht zwar in medialem Krieg mit Deutschland, aber zu Kampfeinsätzen wird es vermutlich doch nicht kommen!
Neben Kampffliegern dröhnen auch regelmäßig Hubschrauber über mein Haus hinweg. Es sind die Heli Transfers, die neuerdings ins nahe gelegene Luxushotel fliegen. So kommt man als reicher Russe oder Grieche an seinen Platz am Strand. Reiche Griechen? Ja, die gibt es noch zuhauf. Ihr Geld ist ja im Ausland gebunkert!


Abendessen im Hinterland:

Als Tourist geht man so seine touristischen Wege, man will sie aber auch hin und wieder verlassen. Gesagt, getan! Auf in einen etwas größeren Ort in Richtung Berge, er soll hier nicht genannt werden.
Es ist 20 Uhr. Um diese Zeit knurrt dem gemeinen Mitteleuropäer schon kräftig der Magen. Bis 22 Uhr, wo die Griechen essen, hält er es meistens nicht aus. 
Zunächst drehen wir unsere Runden um die Platia, den Hauptplatz. Dort ist oft das Essen angesiedelt. Zwei Runden, aber wir sehen nur ungefähr 15 Kafenions, Cafés, die mit alten Männern besiedelt sind. Alle starren uns an, keiner redet, keiner lacht. Ich denke schon, ich bin versehentlich in einem der gottesfürchtigen Länder gelandet, wo man nur ernste Männer sieht, aber keine Frauen. Doch da sind sie! Hinter der Bar oder manchmal als Bedienung, sie tragen sogar Mini-Röcke. Ich bin erleichtert!
Englisch spricht keiner, bis wir endlich von einer Supermarkt-Kassierin erfahren, wo das einzige Lokal zum Essen zu finden ist. Es ist sogar sehr schön eingerichtet und hat nicht den Ostblock-Charme vieler Tavernen hier. Das war es dann auch schon wieder. Der Wirt und die Frauen im Hintergrund nehmen uns grußlos in Empfang. Der Wirt stellt sich wortlos an unseren Tisch und wartet ab. 
Wir: Menue?
Er: schüttelt den Kopf
Wir: Greek salad?
Er: nickt
Wr: Tsatsiki?
Er: nickt
Wir: Souvlaki?
Er: nickt
Wir: Chicken?
Er: nickt
Wir: Patates?
Er: nickt
Glück gehabt! Wir müssen nicht hungern an diesem Abend.
Der Sohn bringt uns das Essen mit einem freundlichen Kali Orexi - Guten Appetit. Der Lichtblick unseres Abendessens!

Gestern kam ich mit einem jungen Mann ins Gespräch. Es stellte sich heraus, daß er aus diesem Ort kommt. Er arbeitet in Athen und im Ausland. Er hat viel gelacht und war sehr freundlich. Gott sei Dank!

In einem freundlicheren Lokal


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