Dienstag, 25. Juni 2013


Die Tierwelt Messeniens:


"Haustiere":

Neben gelegentlichen Gelsen und Fliegen wohnt ein Gecko bei uns im Haus. Er hat es gern ruhig und dunkel. Aus Fernsehen scheint er sich nichts zu machen, denn er verschwindet, sobald wir die Abendnachrichten schauen.
Rudi, unser Urlaubshund, von dem schon berichtet wurde, liegt meistens faul auf der Terrasse herum und wartet auf Liebkosungen.
Im Innenrohr des Kamins haben sich die Spatzen ein Nest gebaut. Im Wohnzimmer hören wir die Jungen aus dem offenen Kamin piepsen - HiFi mit beruhigendem Vogelgezwitscher wurde also ins Ferienhaus schon eingebaut. Der kleine dicke Spatz sitzt praktischerweise zwischen seinen Flugversuchen in der Dachrinne, damit er nicht heraus fällt.
Auch die Schwalben haben bei uns ihre Jungen aufgezogen. Sie mußten lernen, waghalsige Manöver unter unserer Markise zu fliegen und Wasser aus dem Pool zu trinken. Das funktioniert wie bei Löschflugzeugen, die auch im Flug Wasser aufnehmen. Sie sperren die Schnäbel weit auf, streifen kurz die Wasseroberfläche im Fliegen und trinken auf diese Weise. Bei manchen wird es aber auch nur ein Bauchfleck. Wenn getrunken werden muß, dann muß getrunken werden, da muß auch der Schwimmer im Pool in Deckung gehen. Wagehalsig ziehen sie neben meinem Kopf vorbei und tun so, als wäre ich gar nicht da.
Die Fledermaus, die in den Falten unseres abgespannten Sonnenschirms übernachtet, müssen wir leider täglich aus ihrem Schlaf reißen.
Die Schlange hat nur am ersten Tag kurz vorbei geschaut und sich ein neues Revier gesucht.
Angeblich gibt es "Schlangenadler" hier. Jedenfalls sehe ich die Adler majestätisch ihre Kreise ziehen, wenn ich so am Pool liege und in den Himmel schaue.
Hoppla, ein Haustier ist der Adler nicht mehr ganz. Also schnell weiter zu den wilden Tieren!



Wildtiere:

Dazu gehört natürlich wieder Rudi, unser Urlaubshund. So brav er auch tagsüber bei uns auf der Terrasse liegt, so wild strawanzt er nächtens in den Olivenhainen und der Nachbarschaft herum. Denen muß man ja schließlich zeigen, wer der Herr ist!
Auf meinen Morgenspaziergängen sehe ich viele Tiere, die einem bei uns leider nicht mehr oder nur mehr selten vors Auge kommen.
Ein Schakal, ein Fuchs, Wiesel und eine Smaragdeidechse haben so schnell Reißaus vor mir genommen, daß ich sie nicht mehr fotografieren konnte.
Zum Fotografieren interessanter sind eindeutig Insekten, von denen manche zumindest kurz still halten.
Die ersten Insekten, auf die man stößt, sind die Spinnen - leider, denn ich bin doch etwas arachnophob und marschiere nicht gern direkt mit meinem Gesicht in riesige Spinnweben, die über den ganzen Weg gespannt sind und (aus meiner Sicht) meist scheußlich aussehende und riesige Spinnen in ihrer Mitte beherbergen. Zu früh darf ich mich also nicht auf den Weg machen. Ich muß erst warten, bis ein paar Bauern auf ihren Traktoren über die Wege gefahren sind. Die sind es sicher schon jahrelang gewöhnt, daß sie grässliche Tiere mitten im Gesicht haben und die Spinnweben noch dazu. Danach hängen die Spinnen bedrohlich in den Resten ihrer Werke und schauen auf mich herab, wenn ich unten durch gehe (igitt!).
Na ja, da sind aber außerdem noch unzählige Käfer in allen Größen und Farben, Unmengen an Grashüpfern, Grillen, großen fliegenden Brummern in allen Farben, riesige Libellen und wunderschöne Schmetterlinge, die überraschenderweise das Spritzen der Olivenbäume überlebt haben.


















Zikaden, Kröten und Ferkel:

Zu Beginn unseres Aufenthalts hatten wir schon leichte Sorge, wo das typische südliche Sommergeräusch bleibt, das zu jedem Urlaub gehört - die Zikaden. Aber diese werden erst Mitte Juni so richtig aktiv. Jetzt ist es also doch noch richtig Urlaub geworden!
Dafür hörten wir ganz laute Geräusche von unserem Garten aus. "Kröten", meinte ich. "Ach wo, Ferkel", der beste aller Ehemänner. "Da ist im Dorf wo ein Schweinebauer". Wie dem auch sei, nach einer Woche waren die Geräusche weg. Entweder hat jemand endlich seinen Pool geputzt und die Kröten befreit. Oder die Ferkel sind dem sonntäglichen Spanferkelessen in den dörflichen Tavernen zum Opfer gefallen. 
Ich bin für die Pool-Variante!

Eine noch verpuppte Zikade vor dem Aufstieg auf den Baum


Besteigung des Paleio Kastro:

Zeitig in der Früh habe ich das Palaio Kastro bestiegen. Dieses war schon im griechischen Altertum eine Festungsanlage, danach von Franken, Venezianern und Ottomanen ausgebaut. Heute eine Ruine mit traumhaftem Ausblick. Auf dem Weg hinauf (unter den strengen Augen der Spinnen über mir - brrr) habe ich ein paar Schlangen aufgeweckt. Die anderen haben sich schnell verkrochen, aber eine ließ sich gemütlich fotografieren.











Der Traktorhändler hat jetzt auch ein Boot im Angebot!





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