Sonntag, 9. März 2014

Fasching:

Der Fasching wird hier groß gefeiert. Am Faschingssamstag steigen überall Partys und es erwachen auch Lokale zum Leben, die ich sonst bis jetzt nur geschlossen gesehen habe. Der Faschingsmontag ist sogar ein Feiertag. In vielen Orten gibt es Umzüge. Den im nächsten Ort habe ich versäumt, denn es hat in Strömen geregnet. Ich habe aber danach noch ein paar Wägen des Umzugs gefunden ….






Sogar Faschingskrapfen gibt es. Sie sind nur halb so groß und nicht mit Marillenmarmelade gefüllt, und noch dazu gratis beim Bäcker.



In der darauf folgenden Fastenzeit werden viel Gemüse und Meeresfrüchte gegessen, denn die Speisen sollen kein Blut und keine Milch beinhalten.

Archäologie in Obststeigen:

Vor einiger Zeit beschloss ich, das Archäologische Museum aufzusuchen, um mich über die örtlichen Funde kundig zu machen. Dabei stieß ich auf einen Herrn, der im Freien Scherben zu einem Krug zusammensetzte. Er erzählte mir, daß er mehr oder weniger nur noch ein archäologischer Tagelöhner sei, der durchs ganze Land ziehe, um jeweils für einige Wochen schlecht bezahlte Arbeit zu finden. Er verwies mich an einen deutschen Kollegen, den ich auch im Museum fand. Dieser hat fünf Jahre eine Notgrabung geleitet, und zwar auf dem riesigen Gelände des jetzigen Luxushotels Costa Navarino. Die Scherben versucht er jetzt zusammenzusetzen. Das ist Arbeit für Jahre. Er ist umgeben von unzähligen meterhoch aufgestapelten Türmen von Obststeigen, in denen die Scherben gelagert sind. Fotografieren durfte ich die Obststeigen nicht, dazu hätte ich eine Genehmigung des Ministeriums gebraucht. Und es soll ja vor der wissenschaftlichen Publizierung nicht an die Öffentlichkeit dringen, was alles gefunden wurde, obwohl ich ja eh nur die Obstkisten fotografieren wollte. Der deutsche Herr ist übrigens in Wien angestellt. Die Griechen haben natürlich kein Geld mehr für die Archäologie, die Deutschen haben inzwischen auch schon des öfteren aufgegeben, aber die Wiener Akademie hat noch Geld. Mal sehen, wie lange noch 





Geschichten von der Krise - Teil 1:

Warum ein Hotel daran Schuld ist, daß ich kein Heizöl bekomme:

Der Tankstellenbesitzer kann meinen 800l-Öltank nicht befühlen, weil er kein Geld hat, das Öl vorzubestellen (in Wirklichkeit Diesel fürs Auto, denn das kostet hier gleich viel, ist aber besser in der Qualität). 800l verkauft eine Tankstelle in Österreich vermutlich in einer halben Stunde. Wie kommt es, daß er kein Geld hat? Er hat vor der Krise ein Hotel gekauft, und zwar mit einem Kredit von der Bank. Die Bank hat den Kauf zu 100% finanziert Seit zwei Jahren kann der Mann nun seinen Kredit nicht zurückbezahlen, hat alle Zahlungen an die Bank eingestellt und bekommt infolge dessen auch kein Geld mehr. Nun hat er sich an einen von sechs Anwälten in Griechenland gewendet, die Kreditnehmer vertreten, die nicht mehr bezahlen können oder wollen. Der Anwalt habe ihm geraten, gar nichts mehr zurückzuzahlen, die Chancen stünden gut, daß die Bank eines Tages gar nichts mehr von ihm fordern würde.

Warum ein junger Installateur vermutlich bald keine Ölheizung mehr reparieren kann:

Der Installateur erzählte kürzlich, daß er schon seit ewigen Zeiten weder ein Service noch eine Reparatur einer Ölheizung gemacht hat. Im Winter viel eingeheizt hat man hier nie, aber jetzt verheizen die Leute bestenfalls Holz. Das Öl können sie sich nicht mehr leisten.

Die Geschichte geht weiter 

Erinnert Ihr Euch noch an den Tankstellenbesitzer, der kein Öl liefern konnte, weil er es nicht vorfinanzieren konnte? Nun, als er es letztendlich dann doch lieferte, hatte er wieder nicht die bestellte Menge mit, und noch dazu hatte er seinen Zähler manipuliert. Als der Beste aller Ehemänner das bemerkt hat (leider erst, nachdem der Öllieferant wieder abgefahren war), wurde er fuchsteufelswild, hat die Tankstelle aufgesucht und die Summe zurückverlangt, um die wir beschissen wurden, und ist letztendlich mit der Hälfte der Summe nach Hause gekommen. Der Tankstellenbesitzer hat dann aber offensichtlich nachgedacht, daß ihm dadurch ein Kunde abhanden kommen könnte und dieser die Geschichte ja sogar noch anderen Ausländern weiter erzählen könnte - den fast einzigen, die im Moment gute, liquide Kundschaft sind. Deshalb durfte der Beste aller Ehemänner sich noch zusätzlich einen Hochdruckreiniger aussuchen, den es auch auf der Tankstelle zu kaufen gibt. Der Beste aller Ehemänner - wieder zu Hause mit der Schachtel eingetroffen, stellt fest, daß Teile von dem Gerät fehlen. Er fährt wieder zurück und will sich die fehlenden Stücke aus einer anderen Schachtel herausnehmen, aber - siehe da - auch diese sind schon ganz zerfleddert und nur noch bruchstückhaft vorhanden. Der Tankstellenbesitzer hat versprochen, die fehlenden Teile innerhalb einer Woche zu besorgen ……





Und hier kommt die Fortsetzung:

Öl haben wir, aber die Heizung funktioniert trotzdem nicht. Jetzt muß der Installateur her, und zwar der beste, der auch prompt kommt. Er soll das Ganze zum Laufen bringen und die Heizung richtig einstellen. Also, Messgeräte hat er mal keine, er arbeitet nach Gefühl, und auch Werkzeug dazu borgt er sich vom Besten aller Ehemänner aus. So ein Heizungsbrenner hat ja allerhand Schrauben, da kann man einmal ein bißchen herumdrehen. Lieber heraus- oder hinein drehen? Er entscheidet sich für heraus. Dann noch ein paar Schläuche montieren, von denen der Beste aller Ehemänner aber in Erinnerung hat, daß sie vorher anders angebracht waren. Dann noch ein Glas herausnehmen. Letztendlich läßt er sich vom Besten aller Ehemänner überzeugen, daß er es doch anders machen soll, und die Heizung legt einmal los. Nun kommt der Abgastest. Bei uns würde jetzt einer eine Sonde in das Heizungsrohr stecken. Hier aber läuft der Installateur zig Mal nach draußen, um zu kontrollieren, wie der Rauch aussieht, der aus dem Rauchfang kommt. Aufregend - wie im Vatikan! Ist er schwarz oder ist er weiß? Kommt viel oder wenig? Kommt überhaupt etwas? Irgendwann ist er mit dem Rauchergebnis zufrieden (Habemus papam!) und zieht von dannen. Honorar verlangt er fast keines. Irgendwie ist nämlich ersichtlich, daß er vielleicht nicht den vollen Durchblick hat. Eine halbe Stunde später gibt die Heizung wieder den Geist auf ….


OSCAR sitzt im Keller und heizt uns leider nicht ein

Habemus papam, aber keine Wärme!



Sonntag, 2. März 2014

Wer glaubt, er müßte nach Afrika oder zumindest in den Kaukasus, um mit dem Auto ein Flussbett durchfahren zu müssen, der irrt. Auch in Methoni bekommt man dieses Spektakel schon geboten. Mein Mucki hat es tapfer geschafft und wurde nicht ins Meer geschwemmt!
Im Hintergrund übrigens die riesige Festung von Methoni!




Die etwas andere Art der Postzustellung und -versendung:

Kürzlich wurde ich gefragt "Wie ist Deine genaue Adresse? Ich schicke Dir mal einen Brief!". Tja, das ist gar nicht so einfach. Man weiß den Namen des Dorfes, zu dem man gehört, aber einen Straßennamen gibt es nicht, auch keine Hausnummer. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, zu seiner Post zu kommen:
Man nimmt sich ein Postfach im nächstgrößeren Ort und schaut zwischendurch immer mal vorbei. Das ist aber nicht so einfach, denn es gibt einen Mangel an Postfächern. Die Hoffnung besteht allerdings in der Krise, denn ohne Postfach spart man sich immerhin € 50 pro Jahr, und vielleicht gibt jemand sein Postfach aus finanziellen Gründen auf.



Die andere Möglichkeit besteht in der kostengünstigeren Variante, sich die Post ins Dorf liefern zu lassen, aber nicht zu seinem Haus, was ja ohne Straße und Hausnummer schwierig ist, sondern in die "Poststelle". Das kann die örtliche Taverne sein oder der Greißler, wo alle Post fürs Dorf in eine Box kommt. Man geht dort vorbei und sucht sich seine Post heraus. Das ist natürlich hochinteressant, denn so weiß man immer auch gleich, wer sonst noch im Dorf Post von wem bekommt.

Greißler und Poststelle

Und wie verschickt man eigentlich Post? Der beste Tip dafür ist wahrscheinlich ein Postamt. Briefkästen gibt es zwar auch, aber deren Leerung verläuft etwas inkonsequent. Der Beste aller Ehemänner hat einmal Post in einen Postkasten eingeworfen. Die Karte kam nach ca. zwei Monaten in Österreich an. Abgestempelt wurde sie sechs Wochen nach Einwurf in den Briefkasten. Es würde mich aber nicht wundern, wenn sich in den Sommermonaten die Leerungsintervalle doch etwas verkürzen würden. Der Beste aller Ehemänner hat ob dieser Erfahrung seinen nächsten Versuch des Postversandes direkt auf dem Postamt gemacht und den Brief noch dazu express aufgegeben. Der hat es dann in blitzschnellen zwei Wochen nach Österreich geschafft!


Die Luxusvariante mit Angabe der Leerzeiten


Die etwas abgespecktere Variante mit dem Gambling-Effekt - kommt die Urlaubskarte an oder nicht? Wird der Postkasten geleert, und wenn ja, wann?


Freitag, 28. Februar 2014

Möbeleinkauf im Winter:

Was macht der moderne Mensch, wenn er sich an einem Ort noch nicht so gut auskennt und bestimmte Geschäfte sucht? Er googelt einmal. Wenn der moderne Mensch hier googelt, findet er - nichts, oder fast nichts. Wenn auf Englisch nichts kommt, probiert man es auf Griechisch, obwohl es mit dieser Sprache und der Tastatur nicht einfach ist. Und dann kommt es - nämlich genauso nichts oder fast nichts. Dann bleibt noch, Griechen zu fragen, aber die kaufen nicht oft Möbel. Oder einfach herumfahren und die Augen offenhalten, wo man ein interessantes Geschäft sieht. 
Gesagt, getan! Es ist Winter. In einem österreichischen Möbelhaus würde ich jetzt gemütlich meine Runden ziehen, mir den Mantel ausziehen, weil es warm ist, mich von der zum Kauf einladenden Musik berieseln lassen und mich danach vielleicht noch ins Cafe des Möbelhauses auf der Dachterrasse mit Blick über Wien setzen. 
Szenewechsel Kalamata: ich ziehe den Kragen meines Mantels hoch und reibe mir die Hände. Möbelhäuser hier sind nicht geheizt. Es hat ungefähr zehn Grad. Wenn ich Glück hatte, war die Eingangstür geöffnet und es mußte nicht erst extra jemand kommen, um aufzusperren. Wie man durch das Geschäft geht, wird das Licht in dem Bereich aufgedreht, wo man gerade ist, danach gleich wieder abgedreht. Man schlendert nicht gemütlich durch das Geschäft, sondern eilt von einem Möbelstück zum anderen, denn es ist drinnen kälter als draußen. Aber so schnell kommt man nicht weiter, denn die sprachliche Kommunikation ist schwierig. Dann kommt noch dazu, daß man viel Phantasie braucht, denn griechische Möbel können zwar in verschieden Farben bestellt werden, sind aber fast immer in Dunkelbraun ausgestellt.  Was mich betrifft, soll ein Haus im Süden jedoch mehr sommerliche, also helle Möbel haben. 


Immer wieder findet sich ein schöner Sessel - aus Vollholz. Wie stehe ich vom Esstisch auf, wenn ich den Sessel unter mir vor lauter Gewicht nicht wegschieben kann? Manchmal sind sie mir auch zu niedrig. Mit einem Wort - der Möbelkauf hier im Winter ist eine echte Herausforderung. Schlussendlich findet sich im vorletzten und letzen Geschäft dann doch noch etwas. Das Frieren hat sich gelohnt!


Die Vor- und Nachteile der Krise:

Ich muß gleich vorausschicken - es handelt sich um die Vor- und Nachteile für mich und nicht unbedingt für die Griechen. Diese Aufzählung ist daher rein subjektiv.
  • In praktisch allen Geschäften (außer solchen mit Lebensmitteln) ist man allein und wird sofort bedient.
  • Wenn man etwas in einem Geschäft bestellt, bekommt man es üblicherweise innerhalb weniger Tage geliefert.
  • Man bekommt fast immer einen Rabatt.
  • Wenn man einen Handwerker braucht, ist er spätestens am nächsten Tag da.
  • Auf der Autobahn ist man fast alleine, denn die meisten können sich die Maut nicht leisten.
  • Häuser sind günstig zu haben. Die Preise, die die letzten dreißig Jahre nur gestiegen sind, sind um dreißig bis vierzig Prozent gefallen.
  • Man bekommt viele kostengünstige Produkte zu kaufen, die man bei uns gar nicht findet, und nicht immer sind sie schlecht in der Qualität. In den 1€-Shops gibt es meistens wirklich nur Dinge um 1€ und nicht um 10€ wie bei uns.
  • Den Radiosendern ist das Geld ausgegangen, und deswegen leisten sie sich fast keine bis überhaupt keine Moderatoren mehr und spielen den ganzen Tag Musik mit nur ganz wenig Werbung. Das ist wunderbar, denn wie in anderen Ländern würde sonst auf vielen Sendern den ganzen Tag eh nur Blödsinn gequargelt.
  • Durch die Globalisierung gibt es wie überall fast keine Produkte mehr, die rein in Griechenland hergestellt werden. Noch dazu ist das Land sowieso nicht mit viel Industrie gesegnet. So kann zum Beispiel der Hersteller von Farben und Lacken nicht liefern, weil er keine Farbdosen mehr aus dem Ausland geliefert bekommt. Oder die Zentralheizung kann wochenlang nicht repariert werden, weil der Ersatzteil erst importiert werden muß, der Importeur aber seine Rechnungen beim Hersteller nicht bezahlt hat (weil ihn seine Kunden nicht bezahlen) und er somit nicht geliefert bekommt. So sitzt man hier und wartet manchmal auf die einfachsten Dinge.

Bankgeschäfte:



Einen Bankbesuch macht man hier am besten bewaffnet - mit seinem Reisepass. Egal, was man braucht, sei es sein eigenes Geld oder einen PIN für die Bankomatkarte, nichts geht ohne Paß. Verwaltung ist alles! Wie manches in diesem Land recht unkompliziert funktioniert, so geht anderes wieder nur sehr bürokratisch. Eine Bank ist dafür die beste Gelegenheit. 
Abenteuerlich geht es zu, wenn man ein Konto eröffnen will. Hat man die richtigen Beziehungen (und die hat man besser!), ist das Ganze nur eine Angelegenheit von Tagen. Hat man keine Beziehungen, muß man einen Wulst an Dokumenten vorlegen, die man oft gar nicht hat (welcher Unselbständige in Österreich hat eine Steuererklärung?), und das alles natürlich übersetzt und im Heimatland beglaubigt, darunter Dinge wie die letzte Stromrechnung, was ja noch die einfachste Übung sein dürfte.
Hier kennt man seine Bankberater noch, denn im Gegensatz zu bei uns, erledigt man das meiste noch persönlich auf der Bank. Der Bankdirektor sitzt gleich neben dem Eingang und hat so alles im Blick - Mitarbeiter und Kunden. Er sitzt nicht irgendwo versteckt, wo man ihn nie erreichen kann, so wie bei uns.
An manchen Tagen steht die Schlange der Bankkunden schon auf der Straße angestellt, bevor sie überhaupt durch die Sicherheitsschleuse kommt. Drinnen angelangt, zieht man eine Nummer wie bei uns auf dem Amt, dann nimmt man in einer der zwei Sesselreihen vor den Schaltern Platz und wartet, bis seine Nummer aufgerufen wird. Endlich drangekommen, zückt man am besten als erstes den Paß. Den braucht man ja, wie wir schon gelernt haben, immer.
Zum Geldabheben nimmt man sich besser eine größere Tasche mit, denn große Banknoten gibt es nicht einmal auf der Bank. Der Schalterbeamte entschuldigt sich schon, weil er einem so unmöglich große Scheine wie hundert Euro gibt. Und natürlich kommt aus dem Bankomat und am Schalter kein druckfrischer Schein zum Einsatz. Man bekommt ungeordnete alte Lappen. Aber Hauptsache, das Geld kommt überhaupt!
Übrigens habe ich gerade heute wieder die Bankbeamtin besucht, die mich kürzlich in Ermangelung meines Paßes wieder weggeschickt hat. Heute habe ich ihr den Paß hingelegt, sie hat aber nicht einmal hineingeschaut, ob es meiner ist. Aber trotzdem: Vuaschrift is Vuaschrift!


Donnerstag, 27. Februar 2014

Blöde Angewohnheiten griechischer Männer:




Das sind die Komboloi, eine der wenigen typischen griechischen Angewohnheiten, die mich nerven. Oder besser gesagt, genervt haben. Denn es ist wie es ist und man kann es nicht ändern. So wie Türken und Araber haben auch viele Griechen diese Perlenkette eingesteckt, die sie aus der Hosentasche holen, wenn sie irgendwo sitzen und sonst nichts zum Spielen haben. Aber anders als die Türken und Araber, die die Perlen dezent unter dem Tisch herunterzählen, werfen die Griechen die Schnur einmal nach links, einmal nach rechts um ihr Handgelenk. Das macht natürlich ein typisches Geräusch, das man dann mitunter stundenlang zu hören bekommt. Am Anfang habe ich mir gedacht "Jetzt nehme ich es ihm weg und hau' es ihm um die Ohren!", aber so etwas gehört sich nicht. Also ignoriere ich es jetzt.

Eine andere - meiner Meinung nach - blöde Angewohnheit von griechischen Männern ist, daß sie einem Hund immer vor der Nase mit den Fingern herumschnipsen. Wozu das gut sein soll, ist mir nicht klar. Soll sich der Hund darüber ärgern oder freuen? Das wissen sie wohl selbst nicht wirklich.



Was auch ziemlich nervt, ist die Herumballerei in der Natur. Geschossen wird mit viel Schrot auf alles, was sich bewegt. Großwild ist mehr oder weniger schon lange ausgerottet, und auch den übriggebliebenen Füchsen, Dachsen und Vögeln geht es an den Kragen. Auch Hunde sind beliebte Ziele. Der lässige Jäger kleidet sich in Camouflage-Kleidung, die es praktisch überall zu kaufen gibt. Die Hobby-Rambos sind unterwegs! 



Eine letzte Sache, die ich von griechischen Frauen und auch griechischen Männern gehört habe, ist, daß sich die Männer hier kaum im Haushalt aufdrängen. Gerüchteweise soll das aber auch bei uns noch vorkommen!

Dienstag, 25. Februar 2014

Endlich auf der Sonnenseite!

Bis jetzt habe ich ja immer in der Nähe der Donau gewohnt, das heißt viel Nebel im Winter. Hier gibt es nicht so viel Nebel, aber doch. Und endlich wohne ich da, wo er nicht ist, nämlich darüber, auf einem Hügel über dem Meer. Er schleicht sich ja sogar bis zur Kirche des Dorfs, aber mich erreicht er diesmal nicht!











Handwerker:

Mit Handwerkern funktioniert es hier meist noch rasch und unkompliziert. Zum Beispiel beim Glaserer:
Man braucht einen Spiegel in den leeren Rahmen und ein Stück zerbrochenes Glas ersetzt und zurechtgeschnitten. Bei uns liefert man alles im Geschäft ab und hört dann "In ca. 2 Wochen". Hier ist in zehn Minuten der Spiegel angepasst und im Rahmen montiert und das Stück Glas zugeschnitten. Ruck-zuck geht das. Die Rechnung über heiße fünfzehn Euro wird auf einem Stück Spiegel ausgestellt.



Sonntag, 23. Februar 2014

Der 500er-Schock:


Wer einen erstaunten Blick und danach ein ablehnendes Kopfschütteln von Griechen erleben will, der bezahle mit einem Fünfhunderter! Na gut, beim Bäcker, wo das Brot 80 Cents kostet, wäre es gemein. Aber auch in Geschäften, wo man 300 oder 400 Euro bezahlt, stößt man auf ratlose Gesichter. Zuerst wird die Banknote erstaunt angeschaut, vermutlich hat man so etwas nie bis sehr selten in der Hand gehabt. Dann kommt ein "Dio lepta!" - "Zwei Minuten!", und dann sieht man den Geschäftsinhaber mit dem seltenen Schein von einem Nachbargeschäft zum anderen laufen. Manchmal klappt es  und er hat Wechselgeld mitgebracht. Meist klappt es nicht, und es wird ein Anruf getätigt. Dann wieder die berühmten "zwei Minuten" und es braust ein Familienmitglied auf dem Moped heran und bringt das erlösende Wechselgeld! Da hat man dann etwas zu erzählen im Kafeneion über die verrückten Ausländer mit ihren abartigen Scheinen!


Der Papa zählt das Geld:

Dieses Land ist das Land der Familienunternehmen. Alles, was an Geschäften nicht wirklich groß oder eine Kette ist, wird von einer Familie geführt. Zuerst fiel mir das gar nicht so auf, aber als ich dann in einem etwas größeren Unternehmen war und dort alle auffallend dieselbe Nase hatten, ist es mir gedämmert. Oft ist es ein Ehepaar (das aber optisch nicht so wirkt), eine ältere Dame, wo der Ehemann immer als Staffage auf einem Sessel irgendwo im Geschäft sitzt und zusieht, oder Vater und Sohn, und manchmal sind es auch alle. Und wohnen tut man gleich über dem Geschäft. Aus diesem Grund ist auch der Sohn, der ein bißchen Englisch spricht, nach einem kurzen Anruf immer gleich zur Stelle. 
Aufgefallen ist mir auch schon, daß der Papa immer für das Geld zuständig ist und an der Kassa sitzt. Er muß immer gefragt werden, wenn es um einen möglichen Rabatt geht. Irgendwie komisch, wenn ein erwachsender Mann wegen jeder Kleinigkeit den Papa fragen gehen muß, auch wenn der schon ein Tattergreis ist. Aber was uns befremdlich vorkommt, ist hier ganz normal. So hat man sich schon daran gewöhnt, zum fünfzigjährigen Sohn zu sagen "Geh' doch mal den Papa fragen!".


Die griechische Siesta:

Und so ist mir nun auch klar, warum man hier zwei mal am Tag arbeiten geht. Die meisten Geschäfte machen nämlich am Nachmittag eine drei- bis vierstündige Siesta. Vier mal am Tag im Auto oder am Moped sitzen, um zur und von der Arbeit  zu fahren, ist ja doch etwas aufwändig. Aber das muß man ja nicht! Man arbeitet im Familienbetrieb und wohnt oben drüber. Das Arbeitsleben kann so einfach sein! Man muß es nur mit dem Papa aushalten können.



Die Möwen-Gang ist wieder unterwegs! Schon von weitem hört man sie schreien.




Samstag, 8. Februar 2014

Sogar Lamborghini-Fahrer gibt es im Dorf!
Die etwas sportlichere Lamborghini-Karosserie würde bereits nach 100 m im nächsten Schlagloch steckenbleiben!



Die Hundestory:

Vor lauter Hundegewimmel haben manche den Überblick verloren. Hier ein kurzes Update:

Rudi: Der weiße Hund, der unserem Vermieter gehörte, ist leider über den Sommer, wo ich nicht hier war, ziemlich verwildert. Jede Nacht und ganze Tage und Wochen ist er ausgerückt, um Kämpfe mit anderen Hunden auszutragen. Hie und da hat er sich blicken lassen, da blutete und humpelte er meistens und wurde wieder aufgepäppelt, worauf er sich gleich wieder zu neuen Abenteuern aufgemacht hat. Mit acht Jungen im Keller, der heranwachsenden Konkurrenz, war er nicht glücklich und hat irgendwann endgültig die Segel gestrichen und das Weite gesucht.



Franzi: Der kleine schwarze Hund wurde von einem anderen Hund meines Vermieters mit nach Hause gebracht. Wir haben angeboten, uns um sie zu kümmern. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wußten - Franzi war vom Haushund trächtig. Da ich mich gerade um vier ihrer Jungen kümmere, mußte Franzi beim Vermieter bleiben, wo es ihr aber gut geht.



Fritzi, Seppi, Sisi, Lili, Karli, Berti, Willi und Sascha - Franzis Nachkommen: Wir haben sie von Beginn an aufgezogen. Es war viel Arbeit, es hat aber sehr viel Freude gemacht, zu beobachten, wie sie sich ab dem ersten Tag entwickeln. Unsere Kinder sozusagen. Nur schön langsam wurde es brenzlig. Wir fanden keine Abnehmer für die Hunde. Die Griechen wollen sich keinen Hund in der Krise leisten und sind oft auch nicht gut zu ihm. Und Touristen sind im Winter fast keine da, die immer wieder Hunde mit nach Hause nehmen. Also haben wir unseren Vermieter in die Pflicht genommen, und er hat Fritz und Seppi sowie Sisi und Lili an Griechen vergeben. Wie es ihnen geht, weiß ich leider nicht. Zumindest wurden sie paarweise vergeben und haben einander. Karli, Berti und Willi wurden als Gewinner ausgelost - sie dürfen bei uns bleiben. Blieb nur noch der kleine, süße Sascha übrig. Wir haben es nicht übers Herz gebracht, ihn an Griechen wegzugeben. Also sind jetzt vier Hunde in unserer Obhut. Obwohl wir sie alle gern haben, würden wir aber einen oder zwei an gute Menschen abgeben. Mal sehen, ob sich jemand findet …



Seppi und Fritzi gingen an einen Feuerwehrmann, der sich sehr über die beiden gefreut haben soll.



Sisi und Lili kamen in ein Nachbardorf und wurden angeblich schon in einem Garten umherlaufend gesichtet.

Die vier Helden Berti, Karli, Willi und Sascha sind nun bei mir. Über sie könnt Ihr im nächsten Hunde-Blog lesen!




Mittwoch, 5. Februar 2014

Unglaublich, was hier schon alles im Winter blüht. Ich bin schon gespannt, wie das dann erst im Frühjahr wird!