Möbeleinkauf im Winter:
Was macht der moderne Mensch, wenn er sich an einem Ort noch nicht so gut auskennt und bestimmte Geschäfte sucht? Er googelt einmal. Wenn der moderne Mensch hier googelt, findet er - nichts, oder fast nichts. Wenn auf Englisch nichts kommt, probiert man es auf Griechisch, obwohl es mit dieser Sprache und der Tastatur nicht einfach ist. Und dann kommt es - nämlich genauso nichts oder fast nichts. Dann bleibt noch, Griechen zu fragen, aber die kaufen nicht oft Möbel. Oder einfach herumfahren und die Augen offenhalten, wo man ein interessantes Geschäft sieht.
Gesagt, getan! Es ist Winter. In einem österreichischen Möbelhaus würde ich jetzt gemütlich meine Runden ziehen, mir den Mantel ausziehen, weil es warm ist, mich von der zum Kauf einladenden Musik berieseln lassen und mich danach vielleicht noch ins Cafe des Möbelhauses auf der Dachterrasse mit Blick über Wien setzen.
Szenewechsel Kalamata: ich ziehe den Kragen meines Mantels hoch und reibe mir die Hände. Möbelhäuser hier sind nicht geheizt. Es hat ungefähr zehn Grad. Wenn ich Glück hatte, war die Eingangstür geöffnet und es mußte nicht erst extra jemand kommen, um aufzusperren. Wie man durch das Geschäft geht, wird das Licht in dem Bereich aufgedreht, wo man gerade ist, danach gleich wieder abgedreht. Man schlendert nicht gemütlich durch das Geschäft, sondern eilt von einem Möbelstück zum anderen, denn es ist drinnen kälter als draußen. Aber so schnell kommt man nicht weiter, denn die sprachliche Kommunikation ist schwierig. Dann kommt noch dazu, daß man viel Phantasie braucht, denn griechische Möbel können zwar in verschieden Farben bestellt werden, sind aber fast immer in Dunkelbraun ausgestellt. Was mich betrifft, soll ein Haus im Süden jedoch mehr sommerliche, also helle Möbel haben.
Immer wieder findet sich ein schöner Sessel - aus Vollholz. Wie stehe ich vom Esstisch auf, wenn ich den Sessel unter mir vor lauter Gewicht nicht wegschieben kann? Manchmal sind sie mir auch zu niedrig. Mit einem Wort - der Möbelkauf hier im Winter ist eine echte Herausforderung. Schlussendlich findet sich im vorletzten und letzen Geschäft dann doch noch etwas. Das Frieren hat sich gelohnt!
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