Mauerfall
Vor einigen Jahren, als ich anfing, diesen Blog zu schreiben, habe ich das Foto einer Mauer in der Nachbarschaft gepostet, die jederzeit umzufallen drohte. Aber lange passierte nichts. Vor ein paar Monaten sah es dann schon sehr kritisch aus. Wir anderen Nachbarn gingen schon Wetten ein, wann die Mauer endgültig einstürzen würde.Ein paar Tage später hörte ich stundenlang einen Bagger, der in der Nähe arbeitete. Als ich nachschauen ging, war der schon dabei, die Überreste der Mauer, die auf die Straße gefallen war, zu entfernen. So sieht das Ganze jetzt aus:
Na hoffentlich kommt das alles nicht mit dem ersten großen Regenguß herunter!
Auch in einem Blumentopf kann es sehr gemütlich sein!
Am Dorffriedhof
Ich wohne ja ganz nah am Friedhof im Dorf. Trotz seiner tollen Lage am Hügel und seiner wunderschönen Aussicht aufs Meer hinunter besuche ich ihn nur selten, denn er ist leider recht ungepflegt (im Gegensatz zu manch anderen Friedhöfen hier). Vor einiger Zeit ging ich aber doch wieder einmal nachschauen, was sich da oben tut. Hier ein kleiner Rundgang:An und für sich ja ganz idyllisch ....
wenn nicht schon manche Gräber auseinanderfallen würden
Das scheint überhaupt ein selbst gezimmertes sein
Und dieser alte Sarg ist zur letzten Ruhestätte von Gerümpel geworden
während sich im Knochenhaus jemand gefunden zu haben scheint, der einmal aufgeräumt hat ...
Ein paar Giftige
Wenn wir schon bei den Toten sind: ein paar giftige Nachbarinnen mit Keppelzahn gibt es hier, aber um die geht es jetzt nicht. Sondern um zwei giftige Tiere. Gott sei Dank bin ich ihnen erst begegnet, als sie schon tot waren. Aber so schlimm ist es auch nicht, wenn man ihnen lebendig begegnet, denn sie sind nicht von sich aus aggressiv. Falls man aber auf sie draufsteigt, dann beißen sie schon zu.Die eine ist die Sandviper, die ich immer wieder einmal im Garten unter einem Busch entdecke. Die auf dem Foto hat offensichtlich vor dem Überqueren des Weges nicht nach links und rechts geschaut. Nach ihrem Biss sollte man sich lieber in ein Krankenhaus begeben.
Der andere ist der Skolopender. Hier sind gleich zwei von ihnen vor lauter Durst in meinen Pool gestürzt und darin ertrunken. Diese Tausendfüßer bringen einen zwar nicht um, sie verursachen einem aber starke und lang andauernde Schmerzen, genauso wie ein Skorpion.
Dann soll es noch die Schwarze Witwe geben. Kleine schwarze Spinnen sieht man ja oft, aber ob das die Schwarze Witwe ist, weiß ich nicht. Ich kenne auch niemanden, der schon bewußt mit ihr zu tun hatte.
Das war's dann schon auch mit dem giftigen Getier hier, aber wie gesagt soll es ja auch Menschen mit Giftzahn geben ....
Öffentliche Kunst in Athen
Seit Beginn der Krise wurden in Athen - auch in der Innenstadt - viele Geschäfte geschlossen. Das heißt, die Rollbalken sind unten. Und wenn die anderen zur Mittagspause oder am Abend ebenfalls ihre Rollbalken herunterlassen, wird die Stadt zu einem einzigen, großen Graffiti. Renoviert und neu gebaut wird so gut wie nichts, und so bringt die Street Art als einzige Farbe in die Stadt. Natürlich gibt es auch häßliche Graffitis, ebenso aber Witziges und Lustiges sowie Künstlerisches. Vor einiger Zeit hat sogar die Stadtverwaltung Künstler aufgerufen, Stromkästen zu bemalen. Mir gefällt's!Essgewohnheiten und verwirrende Speisen-Bezeichnungen
Griechen sind große Fleischesser. Einen griechischen Mann, der nicht täglich seinen Brocken Fleisch bekommt, habe ich bis jetzt nicht kennengelernt.
Die Frauen kommen manchmal auch ohne aus und beschränken sich dann auf Salat. Aber der Salat hat so seine Tücken! Zunächst einmal bekommt man ihn in der Taverne selten mit einem Löffel, man muß ihn irgendwie anders auf seinen Teller kriegen, oder es essen der Einfachheit halber alle aus einer Schüssel.
Auch die Bezeichnungen mancher Salate sind verwirrend. Ein Cesar Salat kann hier alles Mögliche sein, ein Kartoffelsalat (den es sehr selten gibt) besteht manchmal nur aus gekochten Erdäpfeln mit Olivenöl übergossen. Das häufigste Missverständnis kommt aber beim Tomatensalat auf. Man würde sich Paradeiser und Zwiebel erwarten. Aber nein, der griechische Tomatensalat ist ein griechischer Bauernsalat ohne Feta-Käse, besteht also aus Paradeisern, Gurken, Paprika und Zwiebeln. Andere griechische Salate wiederum würden wir als Aufstriche bezeichnen, so zum Beispiel den Melizanosalata, den Melanzani-Aufstrich.
Dann gibt es noch Horta, das sind gekochte grüne Blätter. Das kann Spinat sein, aber auch Löwenzahn oder was sonst noch so an grünen Blättern auf der Wiese wächst - je nach Saison.
Pommes frites sind hier immer eine Vorspeise. Wer sie also als Beilage zur Hauptspeise haben will, muß das auch sagen und hoffen, dass es der Kellner bis dahin nicht wieder vergessen hat. Überhaupt unterschiedet man nicht so genau zwischen Vor- und Hauptspeise. In machen Tavernen kommt alles auf den Tisch, wie es halt gerade in der Küche fertig wird. Und in einem Cafe haben sie es einmal geschafft, mein Essen geschlagene 30 Minuten nach dem meiner Freundin zu bringen.
Tortengabeln gibt es nicht, nur große, und zu härteren Mehlspeisen bekommt man gleich Messer und Gabel. Zum Kaffee gibt es immer einen Löffel, aber zum Kakao nie.
Kamillentee ist kein Tee, denn Tee ist nur Schwarztee. Den viele übrigens den gelben Tee nennen, weil es sich meistens um den Yellow Label von Lipton handelt.
Wenn man Souvlaki (den typisch griechischen Schweinespieß) verlangt, wird man oft gefragt, wieviele man will. Denn bei dieser Speise bestellt man oft nicht in Portionen, sondern nach Anzahl der Spieße.
Viele ausländische Touristen ordern Eiskaffee, aber den kennt man hier nicht. Am besten verlangt man einen Frappé-Kaffee und eine Kugel Eis und wirft diese dann selber in den Kaffee. Das geht schneller als umständliche Erklärungen.
Was mich besonders hart trifft, ist die Tatsache, dass es in den meisten Tavernen keine Desserts gibt. Außer in manchen, wo eine Kleinigkeit auf Kosten des Hauses angeboten wird. Aber da muß man halt nehmen, was es eben gerade gibt. Im Cafe gibt es keine Torten, dazu muß man in die Sacharoplastio, die Konditorei, aber die findet man nicht überall. Auch in den Bäckereien gibt es Torten, dafür aber meistens wieder keinen Platz zum Sitzen.
Ihr seht also, die Nahrungsaufnahme ist nicht immer leicht, aber vom Fleisch bin ich trotzdem noch nicht gefallen!
Das Tischabräumen geht in manchen Tavernen ruckzuck. Denn jeder Tisch hat ein Papiertischtuch. Nach Abzug der Gäste wird das Geschirr abgeräumt, die Essensreste werden auf das Tischtuch gekippt, dieses über den Speiseresten zusammengeschlagen und alles zusammen in den Müll geworfen.
Wohl bekomm’s - Kali orexi!


























