Donnerstag, 27. Februar 2014

Blöde Angewohnheiten griechischer Männer:




Das sind die Komboloi, eine der wenigen typischen griechischen Angewohnheiten, die mich nerven. Oder besser gesagt, genervt haben. Denn es ist wie es ist und man kann es nicht ändern. So wie Türken und Araber haben auch viele Griechen diese Perlenkette eingesteckt, die sie aus der Hosentasche holen, wenn sie irgendwo sitzen und sonst nichts zum Spielen haben. Aber anders als die Türken und Araber, die die Perlen dezent unter dem Tisch herunterzählen, werfen die Griechen die Schnur einmal nach links, einmal nach rechts um ihr Handgelenk. Das macht natürlich ein typisches Geräusch, das man dann mitunter stundenlang zu hören bekommt. Am Anfang habe ich mir gedacht "Jetzt nehme ich es ihm weg und hau' es ihm um die Ohren!", aber so etwas gehört sich nicht. Also ignoriere ich es jetzt.

Eine andere - meiner Meinung nach - blöde Angewohnheit von griechischen Männern ist, daß sie einem Hund immer vor der Nase mit den Fingern herumschnipsen. Wozu das gut sein soll, ist mir nicht klar. Soll sich der Hund darüber ärgern oder freuen? Das wissen sie wohl selbst nicht wirklich.



Was auch ziemlich nervt, ist die Herumballerei in der Natur. Geschossen wird mit viel Schrot auf alles, was sich bewegt. Großwild ist mehr oder weniger schon lange ausgerottet, und auch den übriggebliebenen Füchsen, Dachsen und Vögeln geht es an den Kragen. Auch Hunde sind beliebte Ziele. Der lässige Jäger kleidet sich in Camouflage-Kleidung, die es praktisch überall zu kaufen gibt. Die Hobby-Rambos sind unterwegs! 



Eine letzte Sache, die ich von griechischen Frauen und auch griechischen Männern gehört habe, ist, daß sich die Männer hier kaum im Haushalt aufdrängen. Gerüchteweise soll das aber auch bei uns noch vorkommen!

Dienstag, 25. Februar 2014

Endlich auf der Sonnenseite!

Bis jetzt habe ich ja immer in der Nähe der Donau gewohnt, das heißt viel Nebel im Winter. Hier gibt es nicht so viel Nebel, aber doch. Und endlich wohne ich da, wo er nicht ist, nämlich darüber, auf einem Hügel über dem Meer. Er schleicht sich ja sogar bis zur Kirche des Dorfs, aber mich erreicht er diesmal nicht!











Handwerker:

Mit Handwerkern funktioniert es hier meist noch rasch und unkompliziert. Zum Beispiel beim Glaserer:
Man braucht einen Spiegel in den leeren Rahmen und ein Stück zerbrochenes Glas ersetzt und zurechtgeschnitten. Bei uns liefert man alles im Geschäft ab und hört dann "In ca. 2 Wochen". Hier ist in zehn Minuten der Spiegel angepasst und im Rahmen montiert und das Stück Glas zugeschnitten. Ruck-zuck geht das. Die Rechnung über heiße fünfzehn Euro wird auf einem Stück Spiegel ausgestellt.



Sonntag, 23. Februar 2014

Der 500er-Schock:


Wer einen erstaunten Blick und danach ein ablehnendes Kopfschütteln von Griechen erleben will, der bezahle mit einem Fünfhunderter! Na gut, beim Bäcker, wo das Brot 80 Cents kostet, wäre es gemein. Aber auch in Geschäften, wo man 300 oder 400 Euro bezahlt, stößt man auf ratlose Gesichter. Zuerst wird die Banknote erstaunt angeschaut, vermutlich hat man so etwas nie bis sehr selten in der Hand gehabt. Dann kommt ein "Dio lepta!" - "Zwei Minuten!", und dann sieht man den Geschäftsinhaber mit dem seltenen Schein von einem Nachbargeschäft zum anderen laufen. Manchmal klappt es  und er hat Wechselgeld mitgebracht. Meist klappt es nicht, und es wird ein Anruf getätigt. Dann wieder die berühmten "zwei Minuten" und es braust ein Familienmitglied auf dem Moped heran und bringt das erlösende Wechselgeld! Da hat man dann etwas zu erzählen im Kafeneion über die verrückten Ausländer mit ihren abartigen Scheinen!


Der Papa zählt das Geld:

Dieses Land ist das Land der Familienunternehmen. Alles, was an Geschäften nicht wirklich groß oder eine Kette ist, wird von einer Familie geführt. Zuerst fiel mir das gar nicht so auf, aber als ich dann in einem etwas größeren Unternehmen war und dort alle auffallend dieselbe Nase hatten, ist es mir gedämmert. Oft ist es ein Ehepaar (das aber optisch nicht so wirkt), eine ältere Dame, wo der Ehemann immer als Staffage auf einem Sessel irgendwo im Geschäft sitzt und zusieht, oder Vater und Sohn, und manchmal sind es auch alle. Und wohnen tut man gleich über dem Geschäft. Aus diesem Grund ist auch der Sohn, der ein bißchen Englisch spricht, nach einem kurzen Anruf immer gleich zur Stelle. 
Aufgefallen ist mir auch schon, daß der Papa immer für das Geld zuständig ist und an der Kassa sitzt. Er muß immer gefragt werden, wenn es um einen möglichen Rabatt geht. Irgendwie komisch, wenn ein erwachsender Mann wegen jeder Kleinigkeit den Papa fragen gehen muß, auch wenn der schon ein Tattergreis ist. Aber was uns befremdlich vorkommt, ist hier ganz normal. So hat man sich schon daran gewöhnt, zum fünfzigjährigen Sohn zu sagen "Geh' doch mal den Papa fragen!".


Die griechische Siesta:

Und so ist mir nun auch klar, warum man hier zwei mal am Tag arbeiten geht. Die meisten Geschäfte machen nämlich am Nachmittag eine drei- bis vierstündige Siesta. Vier mal am Tag im Auto oder am Moped sitzen, um zur und von der Arbeit  zu fahren, ist ja doch etwas aufwändig. Aber das muß man ja nicht! Man arbeitet im Familienbetrieb und wohnt oben drüber. Das Arbeitsleben kann so einfach sein! Man muß es nur mit dem Papa aushalten können.



Die Möwen-Gang ist wieder unterwegs! Schon von weitem hört man sie schreien.




Samstag, 8. Februar 2014

Sogar Lamborghini-Fahrer gibt es im Dorf!
Die etwas sportlichere Lamborghini-Karosserie würde bereits nach 100 m im nächsten Schlagloch steckenbleiben!



Die Hundestory:

Vor lauter Hundegewimmel haben manche den Überblick verloren. Hier ein kurzes Update:

Rudi: Der weiße Hund, der unserem Vermieter gehörte, ist leider über den Sommer, wo ich nicht hier war, ziemlich verwildert. Jede Nacht und ganze Tage und Wochen ist er ausgerückt, um Kämpfe mit anderen Hunden auszutragen. Hie und da hat er sich blicken lassen, da blutete und humpelte er meistens und wurde wieder aufgepäppelt, worauf er sich gleich wieder zu neuen Abenteuern aufgemacht hat. Mit acht Jungen im Keller, der heranwachsenden Konkurrenz, war er nicht glücklich und hat irgendwann endgültig die Segel gestrichen und das Weite gesucht.



Franzi: Der kleine schwarze Hund wurde von einem anderen Hund meines Vermieters mit nach Hause gebracht. Wir haben angeboten, uns um sie zu kümmern. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wußten - Franzi war vom Haushund trächtig. Da ich mich gerade um vier ihrer Jungen kümmere, mußte Franzi beim Vermieter bleiben, wo es ihr aber gut geht.



Fritzi, Seppi, Sisi, Lili, Karli, Berti, Willi und Sascha - Franzis Nachkommen: Wir haben sie von Beginn an aufgezogen. Es war viel Arbeit, es hat aber sehr viel Freude gemacht, zu beobachten, wie sie sich ab dem ersten Tag entwickeln. Unsere Kinder sozusagen. Nur schön langsam wurde es brenzlig. Wir fanden keine Abnehmer für die Hunde. Die Griechen wollen sich keinen Hund in der Krise leisten und sind oft auch nicht gut zu ihm. Und Touristen sind im Winter fast keine da, die immer wieder Hunde mit nach Hause nehmen. Also haben wir unseren Vermieter in die Pflicht genommen, und er hat Fritz und Seppi sowie Sisi und Lili an Griechen vergeben. Wie es ihnen geht, weiß ich leider nicht. Zumindest wurden sie paarweise vergeben und haben einander. Karli, Berti und Willi wurden als Gewinner ausgelost - sie dürfen bei uns bleiben. Blieb nur noch der kleine, süße Sascha übrig. Wir haben es nicht übers Herz gebracht, ihn an Griechen wegzugeben. Also sind jetzt vier Hunde in unserer Obhut. Obwohl wir sie alle gern haben, würden wir aber einen oder zwei an gute Menschen abgeben. Mal sehen, ob sich jemand findet …



Seppi und Fritzi gingen an einen Feuerwehrmann, der sich sehr über die beiden gefreut haben soll.



Sisi und Lili kamen in ein Nachbardorf und wurden angeblich schon in einem Garten umherlaufend gesichtet.

Die vier Helden Berti, Karli, Willi und Sascha sind nun bei mir. Über sie könnt Ihr im nächsten Hunde-Blog lesen!




Mittwoch, 5. Februar 2014

Unglaublich, was hier schon alles im Winter blüht. Ich bin schon gespannt, wie das dann erst im Frühjahr wird!




















Freitag, 31. Januar 2014

Sinnvolle Gespräche mit dem Hund:

Da, wo ich her bin, sagt man oft zum Hund "Na, was ist mit Dir?", als ob der Angesprochene Antwort geben könnte. Hier in Griechenland sagt man "Ja, wo bist Du denn?" zum Hund, der vor einem sitzt. Na wo wird er wohl sein? Es wundert mich nicht, daß die Tiere aller Länder einen manchmal anschauen, als hätte man sie nicht ganz beieinander.




Spätes Elternglück:

Der Beste aller Ehemänner und ich sind ja sozusagen späte Eltern geworden. 
Für unsere Ratten und natürlich auch uns selber haben wir eine neue Bleibe gesucht (mit Hausisolierung und Heizung und Kamin). Das Umsiedeln hat mich an meine Kindheit erinnert, wo die Kinder oft beim Ausflug im Auto auf Bergstraßen dem Papa von hinten ins "Gnack" gespieben haben. So ist es mir auch ergangen. Zum Glück haben die vier Helden vorher kein Futter bekommen. 
Außerdem mußte ich beruhigend auf sie einreden, wenn sie geweint haben. "Wir sind eh gleich da!" habe ich gesagt, auch wenn es noch zehn Kilometer waren. Kommt uns bekannt vor, oder nicht? Ich hatte ja immer geglaubt, daß Hunde so gern Auto fahren. Das dürfte aber nur in Ländern der Fall sein, wo es gute und gerade Straßen gibt. Hier, wo es beständig um die Kurve geht, man in Schlaglöcher rumpelt und es einen über Asphalthügel haut (Ausbesserungen der Straße), wird sogar der vorlauteste Hund ganz ruhig. Entweder leidet er still oder er bringt bestenfalls einen Heuler heraus.


Im neuen Heim angekommen, muß man den Kindern auch die neue Hundehütte schmackhaft machen. Aber außer kurz einmal die Nase reinstecken ist nichts weiter drin. Erst als die Hütte mit mehreren weichen Teppichen ausgestattet wird und direkt neben der Haustür steht, ziehen sie begeistert ein. Auf die Weise entgeht ihnen natürlich nichts, was Frauerl und Herrl so machen, denn schließlich müssen diese ja immer bei der Hütte vorbei. Und auch die Essensausgabe kann man so nicht verpassen. Außerdem läßt sich hier aus erhöhter Lage auch gut jeder vorbeigehende Hund anbellen, man hat sozusagen Oberhand und spielt den Helden.
Und wie das so mit Kindern ist, muß man sich andauernd mit den Ergebnissen ihrer Verdauung auseinandersetzen. Regelmäßig komme ich mir vor, als würde ich beim Entminungsdienst arbeiten. Bewaffnet mit Schauferl und Kübel - zum Glück ohne kugelsichere Weste und Visier - mache ich mich im Garten auf die Suche nach ihren Hinterlassenschaften, denn die lieben Kleinen haben noch nicht kapiert, daß sie ihr Geschäft auf der Wiese nebenan machen sollen. Aber es wird schon werden, man hofft zumindest. 
Berti hat ein Gummischnürl gefressen, das auch partout hinten wieder rausgekommen ist, aber leider nicht ganz, dann ist es steckengeblieben, was ihn doch etwas nervös gemacht hat. Auch hier mußte man ein wenig nachhelfen.


Unterhalten muß man sie auch und müde machen, das heißt spazierengehen, damit sie dann nur ermattet in ihrer Hütte liegen und friedlich sind. Wenn sie zu viel Energie haben, spielt es sich in der Hütte ab! Da pumpert es stundenlang, wenn sie sich aufeinander werfen und hin- und herkugeln. Die halbe Nacht hört man sie dann. 



Sascha, der kleinste, genannt das Pipihendi oder das Springinkerl, hat seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt bekommen, nämlich im Haus zu wohnen. Nur hat er sich seinen Einzug aber sicher anders vorgestellt. Er ist uns vors Auto gesprungen und hat sich einen komplizierten Oberschenkelbruch zugezogen. Er muß mindestens zwei Monate im Haus bleiben und darf sich nicht viel bewegen. Jetzt bin ich also auch noch Krankenschwester. Der Patient ist bis jetzt allerdings sehr angenehm. Die meiste Zeit verbringt er in seinem Hundepark, das ist so etwas wie eine Gehschule. Aber auch er will am liebsten mit Frauli und Herrli auf dem Sofa liegen, genauso wie ein Menschenkind. Daher gibt es am Nachmittag eine ordentliche Arbeitsteilung zwischen dem Besten aller Ehemänner und mir. Ich gehe mit den drei gesunden Ratten an die frische Luft, und er hält gemeinsam mit Sascha ein echt griechisches Mittagsschläfchen.




Aussichten:

Über die Aussichten in meinem neuen Heim kann ich mich nicht beschweren. Auf der einen Seite der Blick auf das schneebedeckte Taygetos-Gebirge, auf der anderen das Meer. 





Und - welch ein Zufall - auch der Friedhof ist gleich in der Nähe! Nur ein Blick aus dem Küchenfenster! Meine erste Assoziation war "Telegraph Hill", so viele Maste stehen hier herum. Wozu brauchen Tote so viel Strom? Mit San Francisco gibt es aber weiters keine Ähnlichkeiten. 


Aber neben der Kapelle steht noch ein Gebäude, das natürlich mein Interesse erweckt hat. Ich habe meinen Kopf durch dir Tür gesteckt und mir im ersten Moment gedacht, daß es sich um irgendeine Art von Rumpelkammer handeln muß. Bei näherer Betrachtung hat sich aber herausgestellt, daß das viele Kisten mit Knochen sind. Hatte ich das nicht erst kürzlich in Madeira? Es ist nämlich so: die Einheimischen müssen hier nichts für ihr Grab bezahlen. Dafür werden sie nach fünf Jahren wieder ausgegraben. Der älteste Sohn hat die Ehre, die Knochen zu säubern. Die kommen dann in kleine Kisten und in die "Rumpelkammer", wo sie regelmäßig von ihren Angehörigen besucht werden.



Die Nachbarschaft:

Über die neuen Nachbarn gibt es nichts zu meckern!



Auch die menschlichen Nachbarn haben sich bis jetzt sehr freundlich gezeigt und Obst und Olivenöl vorbeigebracht. Wenn das so weitergeht, werde ich hier wohl nie Öl kaufen müssen!