Sonntag, 20. Oktober 2013


Franzi:

Franzi ist eine ganz Brave und Liebe und schnell von Begriff. Nach einem Tag hört sie schon auf ihren Namen und geht an der Leine, fährt gemütlich im Auto mit und legt sich im Lokal unter den Tisch und genießt das Leben rund um sie.
Früher vermutlich schlecht behandelt, ist sie trotzdem nicht scheu, denn Streicheleinheiten, von wem auch immer, läßt sie sich auf keinen Fall entgehen. Einen besonderen Riecher hat sie für hundeaffine Damen. Diese werden üblicherweise mit einer Einkuschel-, Abschleck- und Treuer-Blick-Attacke erobert.
Aber auch von den Herren der Schöpfung wird sie verwöhnt. Vincent aus Holland verpasst ihr eine Kopf-Ohren-Nacken-Massage, die sie sicher nie mehr vergißt. Vincent ist einschlägig vorgebildet. Jeden Tag vor dem Schlafengehen massiert er seinen Hasen. In der Immobilienbranche zu Hause, überlegt er aber schon eine Karriere als Tiermasseur. Ich wollte, daß er auch zu mir nach Hause kommt, aber mein Fell war ihm nicht weich genug.



Das Herrl hat die Franzi schon lange um den Finger gewickelt, ohne daß der es bemerkt hat. Sie ist nämlich eine ganz eine Odrahde (Hochdeutsch sprechende schlagen bitte im österreichisch-deutschen Wörterbuch nach). Der Beste aller Ehemänner (und Beste aller Hundebesitzer) stellt ihr die herrlichsten Menüs zusammen und verwöhnt sie mit exzessiven Streicheleinheiten. Hund, was willst Du mehr?


Hurra, ich habe einen archäologischen Fund gemacht! Oder hat hier wieder einmal jemand nur seinen Hausrat am Straßenrand entsorgt?



Zurück in der Handy-Steinzeit! Das hat aber auch seine Vorteile - es ist klein und leicht und kostet nur zwanzig Euro. Park-Apps, Susi (in Wien genial) und Öffentlicher-Verkehr-Apps braucht man hier nicht wirklich. Denn hier fragt man noch (man versteht halt meist leider die Antwort nicht).


Da fällt mir ein - in Madeira war es genauso - wenn man hier nach dem Weg fragt und der andere weiß es nicht oder versteht einen nicht oder beides gemeinsam, läßt er Dich nicht weiterfahren, sondern steckt seinen Kopf durchs Fenster und redet wild auf Dich ein. Alle Vorbeigehenden oder -fahrenden werden aufgehalten und auch befragt. Es entspannt sich eine Diskussion zwischen den Einheimischen, aber es kommt nichts heraus. Wenn man sich dann bedankt und weiterfahren will, lassen sie einen nicht. Es scheint eine große Schmach zu sein, wenn man dem Fremden nicht weiterhelfen kann. Außerdem hat man mal wieder Abwechslung und danach was zu erzählen im Kafeneion.


"Aussichtsplatform"





Ein Gewitter und viel Regen sind im Anzug. Die Temperatur fällt auf 17 Grad. Das Schöne ist aber, daß man am nächsten Tag wieder bei 23 Grad auf der Terrasse frühstücken und am Nachmittag bei 28 Grad schwimmen kann, im Meer mit 26 Grad.




Meine Freunde, die griechischen Sesseln - eine absolute Pein für alle Kreuzmaroden und Dicken. Gibt es in praktisch allen Lokalen - wunderbar!



Haselnüsse in natura. Bei Manner habe ich sie ja immer nur als Paste im Tankwagen vorfahren gesehen.



Das Alfavitario, die griechische Lesefibel für Volksschüler. Es dürfte sich um die x-te Ausgabe eines Buches aus den 1930er-Jahren handeln. Die Autos darin sehen jedenfalls so aus. Auch die Familie ist ganz klassisch. Der Vater mit Krawatte (heute eher in Jeans und T-Shirt oder Trainingsanzug), die Mutter im adretten Kleid (trägt heute auch Hose) und die Großmutter, die Jajá, ganz in Schwarz. Großvater gibt es keinen, der ist in irgendeinem Krieg gestorben (meine Theorie). Ein Macho-Mann im Haus genügt (auch meine Theorie).
Viele griechische Buchstaben kennen wir ja aus der Mathematik. Das Beta ist übrigens auf Griechisch das Vita. Und das Gamma ist ein besonders schwieriger Fall. Es klingt wie eine Mischung aus Rama, Jama und Chama.




Donnerstag, 3. Oktober 2013

Gut gemeint, aber vielleicht doch nicht richtig?

Jahrtausende lang sind Ölbäume (Olivenbäume) in warmen Ländern ohne viel Zutun gewachsen und haben die Menschen mit ihren Früchten erfreut. Man muß den Boden bearbeiten, die Bäume ausschneiden und natürlich ernten.
Seit neuestem aber werden Olivenhaine bewässert. Beim Spaziergang durch die Oliven wird man immer öfter von den zwischen den Bäumen hängenden Wasserschläuchen stranguliert, will man die Wanderung nicht ausschließlich in gebückter Haltung absolvieren.
Das zusätzlich zum Grundwasser eingeleitete Wasser läßt die Bäume schneller wachsen und Früchte tragen.
Darf man aber einer Dokumentation über diese Gepflogenheit Glauben schenken, tun sich die Olivenbauern nichts Gutes mit dieser Praxis. Der Peloponnes ist gebirgig, relativ grün und hat dementsprechend viel Wasser. Ein Olivenbaum hat tiefe Wurzeln, um an das Grundwasser zu gelangen. Wird er aber von oben bewässert, bilden sich seine Wurzeln zurück. Nun bewässern aber immer mehr Bauern, und der Grundwasserspiegel sinkt in der Folge. Wodurch der Baum wegen seiner zurückgebildeten Wurzeln nicht mehr ans Wasser gelangt. Eine Spirale nach unten beginnt .....




Die Hunde:

Fast jeder Ausländer, der längere Zeit in Griechenland verbringt, wird zum Hundebesitzer. Die Streuner, die es in großer Zahl gibt,  sind durchwegs recht freundlich und freuen sich über jeden Bissen, den man ihnen zukommen läßt. Dazu einmal streicheln, und der Hund geht schon mit einem mit, wenn man das will.
Für die Rüden ist der Sommer eine wilde Zeit. Da wird schwer um die läufigen Hundedamen gekämpft, sie sind lange von zu Hause weg und fressen kaum. Außerdem werden sie von ihren Rivalen gebissen und gekratzt und hinken mitunter schon ordentlich daher. Da denke ich mir dann schon manchmal, ob es die Hunde an der Leine bei uns nicht doch besser haben. Sie bekommen ihr tägliches Futter und werden geliebt.
Unser Rudi galoppierte an, sobald wir unser griechisches Dorf erreicht hatten. Leider sah er ziemlich mitgenommen und abgemagert von den Kämpfen aus, die er mit dem anderen Rüden unseres Hausbesitzers um eine süße Hundedame ausgefochten hatte. Der andere hatte diese letztendlich erobert und dann mit nach Hause gebracht. Unser Vermieter hat aber schon zwei Hunde, und so ist Franzi - so haben wir sie genannt - ratet, wo gelandet? Bei uns natürlich! Jetzt gehen der große weiße Rudi und die kleine schwarze Franzi bei uns aus und ein.
Gassi gehen und das Gacki in das Sacki geben muß man hier ja zum Glück nicht. Das kann der Hund alles alleine erledigen. Man braucht sie nur zu füttern und lieb zu haben. Aber wenn man das als griechischer Hund bekommt, hat man sozusagen einen Lottogewinn gelandet.



Rudi wird auf Vordermann gebracht und schläft sich aus.




Franzi:

Franzi ist eine ganz Brave und Liebe und schnell von Begriff. Nach einem Tag hört sie schon auf ihren Namen und geht an der Leine, fährt gemütlich im Auto mit und legt sich im Lokal unter den Tisch und genießt das Leben rund um sie.
Früher vermutlich schlecht behandelt, ist sie trotzdem nicht scheu, denn Streicheleinheiten, von wem auch immer, läßt sie sich auf keinen Fall entgehen. Einen besonderen Riecher hat sie für hundeaffine Damen. Diese werden üblicherweise mit einer Einkuschel-, Abschleck- und Treuer-Blick-Attacke erobert.
Aber auch von den Herren der Schöpfung wird sie verwöhnt. Vincent aus Holland verpasst ihr eine Kopf-Ohren-Nacken-Massage, die sie sicher nie mehr vergißt. Vincent ist einschlägig vorgebildet. Jeden Tag vor dem Schlafengehen massiert er seinen Hasen. In der Immobilienbranche zu Hause, überlegt er aber schon eine Karriere als Tiermasseur. Ich wollte, daß er auch zu mir nach Hause kommt, aber mein Fell war ihm nicht weich genug.



Das Herrl hat die Franzi schon lange um den Finger gewickelt, ohne daß der es bemerkt hat. Sie ist nämlich eine ganz eine Odrahde (Hochdeutsch sprechende schlagen bitte im österreichisch-deutschen Wörterbuch nach). Der Beste aller Ehemänner (und Beste aller Hundebesitzer) stellt ihr die herrlichsten Menüs zusammen und verwöhnt sie mit exzessiven Streicheleinheiten. Hund, was willst Du mehr?


Franzi fährt Auto.



Franzi hat einen eigenen Hundenapf bekommen.



Griechische Sprachprobleme:

Auf der Fähre nach Patras (auf Griechisch Patra):
Der Beste aller Ehemänner hat verschlafen, und wir haben es nicht mehr ins Self-Service-Restaurant zum Frühstück geschafft. Also müssen unsere Brotreste vom Vortag her. Ich versuche, diese etwas aufzubessern und gehe an die Bar.
Ich: Do you have butter?
Barmann: Three o'clock!
Er war der Meinung, ich hätte ihn gefragt, wann wir in Patra(s) ankommen. Butter und Patra sind für einen nuschelnden Griechen ja wirklich dasselbe.

Wir gingen mit deutschen Freunden - Griechenland-Neulinge - essen. Die gut Englisch sprechende Kellnerin erklärte den Wein: "It tastes of bits.". Der weitgereiste und sogar thailändischen Akzent verstehende Freund war ratlos, was wohl die bits sein könnten. Aber inzwischen habe ich mich ja schon ins Griechische eingehört. Bits = peach, Pfirsich, so einfach ist das!

Wie man sich wegen mangelnder Sprachkenntnis um ein Geschäft bringen kann:

Wir beschlossen, unserer Franzi auf der Terrasse ein gemütliches Eck zu schaffen. Dazu wollten wir eine Decke kaufen. Wir hatten dabei an ein Geschäft mit diversen Haushaltswaren in einem der nächsten größeren Orte gedacht. Gefunden haben wir in den Regalen nichts, also mußte die Verkäuferin her. "Blanket" verstand sie nicht. Alles Zeigen und sonstige Charade-Kunststücke halfen nicht. Schlussendlich legte sich der Beste aller Ehemänner im Geschäft auf den Boden, begab sich in Embryo-Stellung, schloß die Augen und legte die zusammengefalteten Hände unter den Kopf. Da ging der Verkäuferin ein Licht auf und sie brachte uns - einen Schlafsack. In dem Moment fiel uns ein, daß wir ja auch unseren alten, unbenutzten Schlafsack von zu Hause verwenden könnten. Wir bedankten uns recht freundlich und gingen unseres Weges.

Sonntag, 29. September 2013


Gratis Liegen und Internet am Strand von Romanos - könnte mal jemand von Mykonos hier vorbeischauen? Dort kostete es vor ein paar Jahren schon 12 Euro.







Die Weintrauben sind reif und köstlich süß!




Johanna Caretta Caretta:

Die Meeresschildkröte Caretta Caretta ist an den Stränden Messiniens heimisch, aber sehr gefährdet.
Samstag war der große Tag für Johanna, die Caretta Caretta Meeresschildkröte, die zu Beginn des Sommers verletzt gefunden wurde. Sie wurde in Athen aufgepäppelt und unter großem Interesse wieder ins Meer entlassen. Gewartet hat sie auf ihren großen Moment in einer Kiste, gut befeuchtet durch nasse Handtücher und Lappen. Dann war es so weit. Am Strand wurde ein Spalier für sie gebildet, und sie hat sich gleich Richtung Meer aufgemacht. Noch ein kurzer Blick in die Menge, und unter Applaus ist sie abgetaucht und hat hoffentlich ein gutes weiteres Leben.









Jetzt wird es mondän hier - ein Kreuzfahrtschiff legt in Pylos an.




Die ersten Flamingos sind schon in der Lagune van Gialova eingetroffen!







Mucki bei der Vogelbeobachtung



Zuckerwatte heißt auf Griechisch "Altfrauenhaar".



Orthodoxe Ecke:

Wer eine Kapelle bauen will - was in Griechenland offensichtlich öfter vorkommt als in Österreich - findet alles, was er braucht, in der "Orthodoxen Ecke" in Kalamatas Altstadt.





Um das ganze Zeug abzutransportieren, kann man gleich einen Einkaufsbuggy mitkaufen.



Kalamata:

Kalamata ist definitiv nicht die Stadt, die man auf den ersten Blick liebt. Das Erdbeben von 1986 hat große Teile der Stadt zerstört, und die Krise hat sehr deutliche Spuren hinterlassen. Auf den zweiten Blick findet man aber schon ein paar interessante Ecken, wo es sich leben läßt.













Was in anderen Gegenden die streunenden Hunde sind, sind in Kalamata die Katzen.





Der eine malt, der andere betet.



Jeder, der vor der Ikone betet, küßt sie zum Abschluss. Es dürfte die göttliche Kraft von oben sein, die verhindert, daß halb Griechenland mit Lippenherpes unterwegs ist.



Roma-Pferdemarkt an der großen Kreuzung neben dem Flughafen


Erschütterung des griechischen Männerbildes:

Heute verabschiedete sich der Beste aller Ehemänner von den griechischen Freundinnen mit dem Hinweis, daß er jetzt deutsche Butter kaufen müsse, um eine Sacher-Torte zu backen. Der Mund steht ihnen jetzt noch offen.

Backe, backe Kuchen - der glückliche Hobby-Konditor