Sonntag, 9. Juni 2019

Meine erste griechische Verkehrsstrafe

Außer für Falschparken (ich habe 20 Jahre im Wiener 8. Bezirk mit extremem Parkplatzmangel gewohnt) habe ich in meinem Leben nur eine Verkehrsstrafe bekommen - auf der Ennstalbundesstraße für 63 km/h statt 50 km/h, 10 Meter hinter einer Ortstafel - kleinlich nenne ich das, aber Schwamm drüber!

Nun hat es mich in Griechenland erwischt, aber irgendwie auch wieder nicht. Das war so: Der Beste aller Ehemänner und ich fuhren jeder in seinem Auto auf einer griechischen Nationalstraße. Das sind besser ausgebaute Bundesstraßen, die oft (aber nicht immer) einen relativ breiten Pannenstreifen haben, aber nur einspurig sind. Wie in vielen ärmeren / südlicheren Ländern üblich, fahren die griechischen Schleicher (und deren gibt es viele) zumeist auf dem Pannenstreifen, um die schnelleren Autofahrer nicht zu behindern. Sie ragen aber meist in die reguläre Fahrspur hinein, wodurch der Überholer gezwungen ist, auf die gegenüberliegende Fahrbahn auszuweichen. Dass er dabei oft eine doppelte Sperrlinie überfährt, nimmt er in Kauf. Erstens haben diese Straßen fast überall eine doppelte Sperrlinie, und zweitens gibt es kaum Polizei auf den Straßen. 


Gerade, als mir wieder einmal der Gedanke kommt, wie frei man sich fühlt ohne Verkehrspolizei und wie schön das ist, setzt der Beste aller Ehemänner zum Überholen eines Schleichers im Uralt-PKW an. Natürlich muß er auch ein bißchen über die Sperrlinie, und ich gleich hinten nach. Aber ich bin korrekt und halte den Mindestabstand zum Schleicher ein (wie in der Fahrschule gelernt), überfahre also die doppelte Sperrlinie etwas großzügiger. Gegenverkehr ist ja eh keiner. Aber plötzlich bremst der Beste stark ab, ich hinter ihm natürlich auch. Und da sehe ich sie schon winken, die Polizisten! Verdammt, was stehen die da herum! Ich beschließe, nicht hinter dem Besten stehenzubleiben, sondern weiterzufahren, als wäre ich an dem Ganzen nicht beteiligt, aber da winken sie mich auch schon an den Straßenrand. Der Polizist mit Radarpistole ist korrekt und höflich und spricht auch noch gutes Englisch. Blöd, denn da kann man sich nicht dumm stellen, weil man nichts versteht. Das ist nämlich die übliche Strategie des Besten aller Ehemänner. Aber diesmal wechselt er die Vorgehensweise und macht es wie die Griechen. Er regt sich auf und erklärt, dass er nur wenig über die Sperrlinie gefahren ist und den Schleicher überholen mußte, weil der immer langsamer geworden ist. Außerdem wäre er auch gar nicht schnell gefahren. Wie man’s nimmt, denke ich mir - 110 km/h waren auf meinem Tacho zu sehen, die erlaubte Geschwindigkeit war 60 km/h. Aber da sagt der Polizist doch glatt zu ihm „Habe ich gesagt, Sie sind zu schnell gefahren? Nein, habe ich nicht!“. Komisch, der mußte das doch auf der Radarpistole sehen, oder etwa nicht? Also entweder war das Ding kaputt oder nur eine Attrappe. Ein bisschen gesurrt und geklickt hat es aber. Dann schauen die da also nur zum Schmäh durch?


Ich jedenfalls verfolge eine andere Strategie - ich gebe mich geknickt und einsichtig. Der Polizist erklärt uns, dass er uns - besonders mir - jetzt für zwei Monate das Kennzeichen abnehmen müßte und wir jeder € 200 Strafe zahlen müßten. Der Beste aller Ehemänner regt sich gleich einmal wieder prophylaktisch auf, beruhigt sich aber, als ich ihn erinnere, dass der Polizist im Konjunktiv gesprochen hat. Die Strafe wird also milder ausfallen, das ist schon mal klar. Er beginnt den Strafzettel auszufüllen. Er hat erkannt, dass wir ein Paar sind und stellt daher nur einen Strafzettel aus, einen für uns beide sozusagen. Aber auf meinen Namen, denn ich habe ja das größere Vergehen begangen. Dazu notwendig sind auch die Namen meines Vaters und meiner Mutter (die Armen!). Diese Daten und noch vieles mehr müssen auf das rosa Formular, und ganz unten kommt dann der Betrag. Gespannt schauen wir ihm zu - € 30! Na das ist zu verkraften, da braucht sich auch der Beste aller Ehemänner nicht mehr aufzuregen. Die € 30 darf die Polizei aber nicht selbst kassieren. Der Polizist erklärt mir, dass ich die am nächsten Tag auf der griechischen Post einzahlen muß. Am nächsten Tag bin ich aber nicht mehr in Griechenland, denn ich bin auf dem Weg nach Österreich. Er meint, er wisse nicht, was passiert, falls ich die Strafe nicht einzahle, was ich ja gar nicht kann, auch wenn ich wollte. Wir wissen es aber (und er sicher auch) - es passiert nämlich gar nichts. Zwischen Griechenland und Österreich gibt es kein Abkommen über die behördliche Weiterleitung von Verkehrsstrafen. Und auch wenn es eines gäbe - für € 30 wäre der Aufwand der Abwicklung zu groß. Somit hat er nur ein Strafmandat umsonst und für mich gratis geschrieben. Autofahren in Griechenland kann so schön sein!





Zitronen gefällig?

Letzte Woche beglückte die eine Nachbarin die andere mit einem Sack voll riesiger Zitronen, weil deren Sohn von der anderen mitbetreut wird. Diese wiederum wußte nicht, was sie mit den Dingern anfangen sollte, hat sie doch selber drei große Zitronenbäume im Garten. Mein Baum ist noch klein und hat nicht immer reife Früchte. Somit wanderten die Riesenzitronen weiter zu mir. Jetzt darf ich mir Gedanken machen, wie ich sie verarbeiten soll ......




Buddhas Hand im griechischen Garten

Letztes Jahr wuchsen seltsam geformte Zitronen auf meinem Baum, gleich neben den ganz normal aussehenden. Jemand erklärte mir das so: eine Biene war vorher bei einem Baum mit Buddhas-Hand-Früchten und hat beim Besuch meines Baums dessen Blüten bestäubt. Das klingt einleuchtend und vernünftig. Mich macht nur stutzig, dass ich in der Nachbarschaft nur griechische Bauern habe, die sicher nie in einen so außergewöhnlichen Buddha-Baum investieren würden. Ein Garten ist ein reiner Nutzgarten, da gibt es keine Kinkerlitzchen wie Buddhas Hände. Aber vielleicht fliegen die Bienen so riesige Strecken, dass sie sich vorher im Garten eines Ausländers gelabt haben?





Mopedleichen

Meine Freundin aus Österreich echauffierte sich kürzlich, weil vor einem netten Hotel im Ort zwei Moped-Leichen geparkt sind. Wie schaut das denn aus und wieso entsorgt der Hotelbesitzer die Fahrzeuge nicht, auch wenn sie ihm nicht gehören? Ganz einfach - es sind nämlich keine Leichen! Die Mopeds sind noch in vollem Einsatz, ich sehe ihre Besitzer immer damit herumbrausen. Hier wird eben nicht gleich alles weggeworfen!



 

Die einsame Raupe

 


Dieses Raupenfahrzeug habe ich schon öfters in der Gegend gesehen. Aber irgendwann wurde es auf einem Olivenfeld verwendet und dann gleich dort geparkt. Und da stand es dann und wuchs schon langsam zu. Kürzlich inspizierte es der Beste aller Ehemänner. Alles ist verrostet, der Sitz hat keine Polsterung mehr, im Führerhaus wächst schon das Unkraut. Wir sind davon ausgegangen, dass das Fahrzeug dort in die ewigen Jagdgründe eingehen würde. Aber nein, nach einem Dornröschenschlaf von anderthalb Jahren schwang sich ein Mann aus der Nachbarschaft (nicht der Besitzer) auf das Ding und fuhr damit auf eines seiner Felder, wo er es vermutlich für irgendwelche Arbeiten benötigte. Seitdem parkt es dort und verschönert die Landschaft. Aber tot ist es nicht!

 

 

In der lokalen Autowerkstatt

Üblicherweise benutze ich eine für griechische Verhältnisse recht professionelle Autowerkstatt in Kalamata, aber zum Reifenwechsel tut es auch die im Dorf. Nikos, der Mechaniker, kriegt aber ganz selten ein so neues Auto auf die Hebebühne. Normalerweise beschäftigt er sich mit Traktoren und alten Tschäsn, die noch ganz ohne Elektronik auskommen. 

 

Der "Wachhase"

Das ist Chanel. Er wohnt praktischerweise im Obst- und Gemüsegeschäft, wo er immer die frischesten Salatblätter zu fressen bekommt. Wie ein Wachhund liegt er an der Tür, aber er beißt niemanden ins Wadel, bestenfalls schnuppert er sanft an ihnen. 





Noch zwei hübsche Tierchen 

 


Diese zwei Hübschen und kräftig Gebauten und einige ihrer Verwandten wohnen im Winter in meinem Pool, wenn der zur Kloake wird. Aber zu Beginn des Sommers müssen sie sich eine andere Heimstatt suchen, denn neben Kröten will ich nicht schwimmen! Noch sind sie unschlüssig, wohin sie ziehen sollen und warten einmal ab. Aber jeden Sommer höre ich etwas aus der Ferne quaken, scheinbar finden sie immer eine neue Bleibe!



Geheimtipp Maria

In vielen Tavernen hier kocht eine Maria, das ist mir schon aufgefallen. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass Kinder meist nach ihren Großeltern benannt werden, wodurch es einfach sehr viele Marias in Griechenland gibt. 
Doch ich schweife ab! Ich habe eine neue Maria kennengelernt, die kocht. Sie wohnt in einem winzigen, abgelegenen Dorf und betreibt dort inoffiziell eine Taverne, ein Kafenion. Ihr Haus besteht aus einem Raum, darin befinden sich eine Küchenzeile, ein großer und zwei kleine Tische, an der Wand Sofas, auf denen in der Nacht geschlafen wird. Bei Maria kommt man einfach vorbei und schaut, was es gibt - üblicherweise eine Speise am Tag. Oder man ruft vorher an und kündigt sich an. Da kann man dann auch bekannt geben, was man nicht mag. Auf den Nachbartischen sitzen Männer aus dem Dorf und genießen ihren Ouzo oder Tsipouro-Schnaps - und rauchen natürlich die Bude ordentlich ein! Wenn Nikos, Marias Mann, jagen geht, gibt es auch mal Wildschwein! Mir hat es jedenfalls gut geschmeckt in dem urigen Haus, und mit € 10 für Vor-, Haupt- und Nachspeise kann man sich definitiv nicht beklagen!





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langes Rohr!

In einer anderen Taverne habe ich wieder einmal ein spektakulär langes Ofenrohr gefunden! Dabei ist dieses hier im Gegensatz zu den meisten anderen gerade ausgerichtet und geradezu professionell an der Decke befestigt!

 

 


 


 

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