Das griechische Nationalgetränk:
Was ist wohl das griechische Nationalgetränk? Ouzo oder Retsina würden jetzt sicher viele sagen. Und für manchen Griechen ist es das wohl auch. Retsina, der Wein, den jeder Griechenland-Tourist kennt, ist auf dem Peloponnes kein großes Thema. Der wird woanders gemacht. Was kann dann wohl das beliebteste Getränk sein?Es ist der Nescafe Frappe. Ohne diesen käme die Nation in der Früh wahrscheinlich gar nicht auf Touren. Gegessen wird oft nichts, aber ein Nes gehört zum Standardprogramm. Einmal zum Munterwerden, und dann in den diversen Arbeitspausen, bei der Zigarette, beim Plausch mit den Freunden, den ganzen Tag also. Cafes gibt es praktisch überall - zum dort Trinken, zum Mitnehmen. Wer im Büro sitzt oder sonst wo bei der Arbeit, ruft im nächsten Cafe an. Zu Fuß oder zu Moped wird der Kaffee auf runden Tabletts gebracht, man kann also keine Entzugserscheinungen bekommen.
Während der Bestellung muß man schon dazu sagen, wieviel Zucker und Milch man haben will, die werden dann eingerührt.
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| Gibt es auch als Instantgetränk zum Selbermachen |
Wenn das Geschäft zu klein ist, muß man eben die Warenpräsentation auf das geparkte Auto auslagern.
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
Kürzlich hatte ich eine kleine Gemeindeabgabe zu bezahlen. Bei uns bekäme man eine Vorschreibung mit der Summe und man würde das Ganze überweisen oder einziehen lassen. Hier läuft es natürlich anders, wie ihr euch vorstellen könnt.Zunächst wurde ein Schreiben von der Gemeinde ausgeteilt, dass in Kürze etwas zu zahlen wäre. Man solle sich bei Kiria Papadopoulou (Frau Papadopoulou) melden. Als gute Ausländerin mit Zahlungsmoral ging ich dort schon am nächsten Tag hin. Kiria Papadopoulou kannte ich ja schon und ich begab mich direkt in ihr Büro. Sie warf einen kurzen Blick auf das mitgebrachte Schreiben und teilte mir mit, dass sie nicht zuständig sei. Sie schickte mich zu einem Herrn am Schalter im übernächsten Raum, der ebenfalls nur den Kopf schüttelte, mich an der Hand nahm und ins Büro einer anderen Dame führte. Die war mir neu, meinte aber, sie wäre zuständig, aber ich wäre zu früh dran, denn es sei in der Sache noch nichts vorbereitet worden. Ich solle doch in einer Woche wiederkommen.
Warum die dann dieses Schreiben schon ausgeteilt haben, dass man etwas zu zahlen hat, so etwas frage ich mich hier schon lange nicht mehr. Logische Abfolgen sind nicht unbedingt eine Stärke der griechischen Verwaltung. Und der Privatwirtschaft auch nicht, aber dazu später.
Allerdings studierte die Dame das mitgebrachte Schreiben dann doch etwas näher, warf ihren Computer an und meinte, dass ich doch schon heute zahlen könne. Ich solle doch einmal Platz nehmen. Dann mußte ich noch tausend Angaben machen, die sie alle am Computer eintippte. Sie war sehr freundlich, mußte aber anscheinend verschiedenste Formulare ausfüllen, und das dauerte eben. Dann überreichte sie mir mehrere Ausdrucke, mit denen ich zur Kassa gehen mußte. Die Bezahlung an der Kassa lief recht problemlos ab. Der Kassier behielt eine Kopie, eine war für mich und er druckte zwei weitere Formulare aus - davon wieder eines für mich. Damit war aber die Angelegenheit noch nicht erledigt, denn ich mußte mit einer Kopie wieder zurück zu meiner Dame. Der hatte ich somit nachgewiesen, dass die Gebühr bezahlt wurde, und damit konnte sie mir auf das andere Formular ihren Stempel geben.
| Ich lege übrigens Wert auf die Feststellung, dass das griechische Wort IDIOTIS auf Deutsch NICHT IDIOT heißt! |
So verließ ich das Gemeindeamt nach Bezahlung von heißen 12 € nach 25 Minuten. Ich bin schon gespannt, wie es im nächsten Jahr ablaufen wird. Bis dahin haben sie sich sicher schon etwas Neues einfallen lassen, wie es noch etwas komplizierter geht.
Was ziehe ich heute an?
Traktorendemo
Die Bauern in meiner Gegend haben am meisten im Winter zu tun, denn sie sind Olivenbauern, und da findet die Ernte statt. Wenn aber alle Säcke bei der Olivenmühle abgeliefert worden sind und das Öl gepreßt ist, finden sie Zeit für anderes. Da geht man dann gerne wehrlose Singvögel mit dem Schrotgewehr abschießen, und dann ist auch Zeit fürs Demonstrieren. Fast alle Jahre finden Traktordemos statt. Die Bauern fahren mit ihren Traktoren auf und parken sie geballt am Straßenrand. Wenn es ganz hoch hergeht, blockieren sie auch die Autobahn, aber das kommt zum Glück nicht so oft vor. In Zeiten wie diesen gibt es ja immer wieder negative Maßnahmen wie höhere Sozialversicherungsbeiträge oder andere neue Regelungen zum Nachteil der Bevölkerung, gegen die man sich auflehnen muß. Man übergibt die Forderungen dem Bürgermeister oder sonstigen Politikern. Welche Regierung gerade an der Macht ist, ist dabei nicht so maßgeblich, denn meist ist man schon bald unzufrieden, egal, wen man vorher gewählt hat. Aber das kennt man ja auch aus unserer Heimat. Der Spuk dauert ein paar Wochen, dann werden die schwarzen Fahnen wieder eingemottet, und man wendet sich bis zum nächsten Jahr wieder seiner Feldarbeit zu.Nach Schnee im letzten kalten Winter kam die große Trockenheit. Ein halbes Jahr regnete es fast überhaupt nicht. Sogar die Kakteen sahen schon sehr traurig aus.
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| schon ganz ausgetrocknet |
| nach dem ersten großen Regen |
Hundsein in Griechenland:
Ich versuche ja gerne, meinen Geschichten eine humorvolle Note zu geben, aber es gibt hier auch Themen, wo es meistens nicht viel zu lachen gibt.Eines davon sind die Hunde in diesem Land. Blöder Hund, fauler Hund, armer Hund. Es gibt so viele Bezeichnungen für Hunde, hier trifft auf die meisten „armer Hund“ zu. Denn das Land ist reich gesegnet mit Streunerhunden, welche sich unkontrolliert vermehren. Wie werden sie zu Streunern? Entweder werden sie schon als solche geboren oder sie werden ausgesetzt. Da gibt es Leute, die sich einen Hund zulegen, dann die Freude daran verlieren und den Hund sich selbst überlassen. Und außerdem wird kaum ein Hund kastriert. Es gibt Aktionen für Gratis-Kastrationen für Einheimische (die Ausländer zahlen eh brav), die kaum in Anspruch genommen werden. Von diesem Thema will man nichts hören, dabei kommt ja eh der Hund unters Messer und nicht der Besitzer.
Hunde werden gerne vergiftet, manchmal auch die des Nachbarn, weil sie zu laut bellen oder weil einem der Nachbar unsympathisch ist. Denn hier redet man nicht so gerne über Probleme, das löst man dann eben so.
Viele Hunde, die gehalten werden, verbringen ihr ganzes Leben an der Kette. Artgerechtes Tierfutter gibt es nicht, nur Essensabfälle. Wenn sie Glück haben, wird ihnen ein windschiefe Hütte gezimmert. Unglaublich, dass die Hunde dann noch freundlich mit dem Schwanz wedeln, wenn die Abfälle gebracht werden. Viele Hundehalter fürchten sich sogar vor ihren Tieren und kommen ihnen nicht zu nah. Von Streicheln ist natürlich gar nicht die Rede.
| Die rostige Tonne ist die Hundehütte |
Und auch ich bin hier auf den Hund gekommen. Man bringt es einfach nicht übers Herz, zuzusehen, wie die armen Tiere auf der Straße hungern müssen. Zwei Hundeherren gehören nun zu meinem Haushalt. Sie gehören zu den wenigen Glücklichen, die eine warme Hütte mit weichen Decken haben, Hundefutter zu fressen bekommen (und von Zeit zu Zeit einen großen Knochen!), geimpft und ärztlich versorgt werden, falls notwendig, nicht an der Kette hängen und täglich spazieren gehen dürfen. Auch gebadet werden sie hie und da, das müßte aber nicht unbedingt sein, wenn es nach ihnen ginge. Leider kann man nicht alle Tiere retten, und so bleibt einem nichts anderes übrig, als mit der Situation zu leben. So traurig es auch ist.
Was der Griechenland-Sommerurlauber nicht sieht, der im ruhigen Meer planscht - aufgewühltes Meer in Methoni nach dem großen Gewitter
Trinkgeld-"Schale" bei der Autowäsche
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Perfekter Schutz fürs Kind mit dem absolut passenden Helm. Der Fahrer hat mich übrigens kurz davor rechts auf dem Bankett überholt und war somit eine Minute vor mir beim Supermarkt. Der Hunger muß wohl schon sehr groß gewesen sein.













Habe herzlich gelacht - der neue Beitrag ist wirklich lustig und informativ. Das mit ''Idiotis'' hat etwas gedauert bis ich eine Erklärung fand:
AntwortenLöschen''In Ancient Greek the word ιδιώτης (idiotis) meant a private person who remained silent and therefore could not handle public affairs because of their low intelligence. In general in Ancient Greece, anyone who didn’t present themselves in public or wasn’t eloquent enough to express themselves and take part in the current affairs was automatically considered an idiotis; a weakly presented society member, and therefore uneducated, untalented, and stupid. (Jungian Introversion perhaps wasn’t yet a concept in Ancient Athens!)''
Zum Glück geht die Erklärung dann weiter in's ''moderne Griechenland'': ''Interestingly enough, in Modern Greek the word has dropped its negative connotation and it now means just private, in the sense of: private property, private topic, matter etc.; introversion is finally accepted in Greek society! What is more interesting, though, is that in English, the meaning of the word idiot still carries its Ancient Greek meaning; a stupid person.''
Wieder etwas dazugelernt!
Ich sehe aber, daß die gesamte Griechische Bürokratie sowieso im Eimer ist und man darf sich gar nicht wundern, wenn die niemals aus den roten Zahlen herauskommen werden. Doch schon mit mehr als einem Fuß am Balkan, denke ich.