Griechische Gastfreundschaft
Hier wird gerade für eine Gruppe von 20 Leuten gegrillt - so würde man meinen. Wir waren zu fünft. Aber aufgekocht wird großzügig, und die Mama sagt wie überall "Iß doch noch etwas!". Aber wie wir ja schon aus unserer Wiener Nachbarschaft wissen, essen Griechen gerne kaltes gegrilltes Fleisch. Unsere Gastgeber waren dann sicher noch eine Weile beschäftigt.
Schulausflug
Eines Vormittags waren alle Cafés auf der Platia (dem Hauptplatz) von Pylos voll mit Jugendlichen. Es konnten doch nicht alle Schulschwänzer sein! Das Ganze hat sich rasch aufgeklärt. Schulausflüge in Pylos finden entweder zur Festung im Ort statt (für die Kleineren) oder auf die Platia ins Cafe. Damit sind alle glücklich. Die Jugendlichen müssen nichts lernen, die Lehrer nichts vorbereiten und die Eltern nichts für den Ausflug bezahlen.
Griechisch Sprache - schwere Sprache
Das ist Georgia, meine Griechisch-Lehrerin. Ihr Name spricht sich leider nicht so leicht aus, wie er sich schreibt. Wie Ihr seht, ist sie außerdem etwas fotoscheu. Sie grüßt Euch aber freundlich mit einem schriftlichen Kalimera!
Während die meisten Deutschsprachigen hier einen schweren Akzent haben, macht Georgia eine echte Griechin aus mir. Unermüdlich rollt sie das griechische r mit mir. Legt doch mal Eure Zunge an die Hinterseite der Schneidezähne und bringt ein helles, rollendes r hervor. Ich dachte zunächst, meine Zunge bekommt einen Krampf, aber schön langsam hatte ich den Knoten heraus. Dann muß man aber das helle, rollende r in ein Wort einbauen, und da sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Es kommt nämlich ein ostösterreich klingendes, eher gutturales r aus meinem Mund. Inzwischen kommentiert Georgia mein r nicht mehr. Entweder bin ich schon so gut, oder sie hat endgültig aufgegeben. Ich frage lieber nicht nach.
Georgia konzentriert sich jetzt nämlich auf mein ch in ochs (nein). Im Griechischen muß man nämlich den Mund weiter aufmachen als in unserem gemütlichen Ostösterreichisch, wo man alles so dahinschleifen lassen kann. Aber vielleicht wird es ja noch.
Ich habe schon früher erwähnt, daß diese Sprache viel zu viele unnötige Buchstaben hat. Eine radikale Rechtschreibreform wäre mir persönlich und vermutlich vielen Schulkindern hier sehr angenehm. Aber nichts da! Im Deutschen haben wir es bis jetzt auch nicht geschafft, und hier hat man im Moment andere Sorgen.
Hier tummeln sich zumindest zahlreich die Entchen in der Sprache. Papaki, das Entchen, steht nicht nur für das Federvieh, sondern auch für das @ in der Email-Adresse und das Moped. Die meisten Papakia hier sehen nicht gerade sehr schnittig aus, werden aber immer wieder aufgemotzt und ziehen mit furchtbarer Lautstärke durch die Straßen. Eine Ähnlichkeit mit Entengequake kann ich leider nicht mehr feststellen.
Es schüttet in Strömen, und zugleich lacht die Sonne vom Himmel!
Schon lange nicht mehr gesehen:
Ich liebe es, in den Sternenhimmel zu schauen. Das ist aber in Österreich nicht mehr so leicht, denn die Lichtverschmutzung hat schon stark zugenommen. Hier hatte ich vor kurzem die Gelegenheit. Ich war in einem kleinen Dorf, wo für längere Zeit der Strom ausgefallen ist. Der Blick in den Himmel war einfach wunderbar! Vielen Dank an die unzulängliche Stromversorgung in diesem Land!

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