Samstag, 14. Dezember 2013


Was mir an den Griechen gefällt:

  • Die Griechen sind sehr freundliche Leute. Man wird (fast) immer nett begrüßt und verabschiedet, wenn man in ein Geschäft kommt. Und wenn man eine gemeinsame Sprache spricht, entwickelt sich gleich ein Gespräch, denn einem Plauscherl sind die Griechen nicht abgeneigt. Es spielt also immer die persönliche Komponente mit. Auch das Sich-Bedanken mit der Hand auf dem Herz finde ich noch immer sehr schön.
  • Außerdem sind die Griechen sehr hilfsbereit. Hat man ein Problem, wird gleich herumtelefoniert, wie es zu lösen sein könnte. Auch sonst ist eine helfende Hand gleich zur Stelle.
  • Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Obst, Süßigkeiten, selbstgekochtes Essen werden immer gern unter die Leute gebracht. Einmal loben und man bekommt gleich noch etwas geschenkt.
  • Man freut sich auch, wenn der Nicht-Grieche Griechisch spricht (oder es zumindest versucht). Kürzlich packte ich im Supermarkt mein noch spärlich vorhandenes Griechisch aus. Vor lauter Freude bekam ich von der Besitzerin gleich eine Vokabellektion zum Thema Obst und Gemüse. Sie hatte so eine Freude mit mir, daß sie gleich auch noch einige Stücke selbstgebackenen Kuchens aus der Küche holte. Gemerkt habe ich mir vom Gemüse nur die Zwiebeln, denn einer der Nachbarorte hier heißt "Zwiebeln". Daher erwarte ich noch mehr süße Leckerbissen im Laufe meiner sprachlichen Fortschritte, wenn ich dann auch noch "Gurke", "Birne" und "Kraut" auf Griechisch sagen kann.

Neben den Oliven sind auch die Orangen, Riesenzitronen, Mandarinen und Kakis reif geworden! 





Ich habe gehört, daß Griechenland bis vor einiger Zeit einen Vertrag mit Spanien hatte, in dem es sich verpflichtete, große Mengen Orangen von dort zu importieren. Und hier werden sie nach wie vor oft nicht gepflückt und fallen ab. Verrückt!


  



Erdnüsse:

Jetzt weiß ich, warum Erdnüsse so heißen, wie sie heißen. Ich habe am Straßenrand einem Bauern einen Sack Erdnüsse abgekauft. Zu Hause wunderte ich mich dann, warum sie innen so blaß waren. Ein Biß in die Nuß - sie schmeckte wie Erde. Dem Besten aller Ehemänner ist gleich ein Licht aufgegangen: "Die muß man selbst rösten!". Also ab ins Backrohr mit ihnen! Das Timing zwischen nicht ganz durch und verbrannt ist allerdings schwierig. Nächstes Mal kaufe ich sie mir wieder im Supermarkt.




Interessantes urzeitlich aussehendes Insekt an meiner Hauswand - was sagen die Biologen? 



Und was ist eigentlich das? Eine nicht ausgewachsene Gottesanbeterin?




Hier gibt es beim Fleischhauer etwas mehr zu kaufen als immer nur Schnitzelfleisch. Braucht jemand einen Schafskopf? Im Angebot um € 1,-! Oder einen Fuß von der Kuh? Oder ein paar Gedärme? Kali orexi - guten Appetit!





Decken in allen Größen, Mustern und Materialien gibt es jetzt überall zu kaufen!


Auch Handschuhe, aber ich habe bis jetzt keine gebraucht und niemanden mit welchen gesehen.



Regeln in Griechenland:

Man sagt ja, bei uns sei alles überreglementiert. Das ist hier nicht so. Entweder gibt es keine Regeln (was ich aber in den meisten Fällen nicht glaube), oder es gibt Regeln, die man aber nicht kennt, oder es gibt Regeln, die man zwar kennt, aber nicht nicht zur Kenntnis nimmt.
Ich nehme zum Beispiel stark an, daß es in Griechenland ein allgemeines Rauchverbot in Lokalen gibt, denn man sieht überall dieses Zeichen:


Die Realität sieht aber so aus:


Das ist schön für die Raucher, aber schlimm für die Nichtraucher wie mich. 
Andererseits schert sich hier kein Mensch darum, ob man mit fünfzig oder sechzig Sachen durch die Ortschaft fährt, wo eigentlich vierzig vorgeschrieben sind. Das ist wiederum sehr angenehm. Der andauernde Blick auf den Tacho entfällt. Wie sagte doch kürzlich der Beste aller Ehemänner: "Was mir an diesem Land so gefällt, ist, daß noch nie jemand an dieser Stoptafel stehengeblieben ist.".





Bienenkot:

Habt Ihr Euch jemals mit Bienenkot beschäftigt? Also ich nicht - bis jetzt. Vor zwei Wochen hat ein fleißiger Imker in unserer Nachbarschaft Hunderte von Bienenstöcken aufgestellt. Hier ist es ja im Winter ziemlich grün, und es blüht immer etwas, im Moment hauptsächlich gelbe Blumen. Nun ja, Honig habe ich ja sehr gerne. Und irgendwo muß er ja auch produziert werden. Aber wie das so ist - bitte überall, aber nicht bei mir! Man sieht gar nicht so viele Bienen fliegen, aber man sieht ihre Hinterlassenschaften - auf meiner Hose, wenn ich in der Sonne sitze, auf dem geparkten Auto, auf der Terrasse, auf der weißen zum Trocknen aufgehängten Wäsche. Die ist jetzt mit gelben Tupfen verziert. Die Viecher lassen im Fliegen ihre kleinen gelben Würstel fallen, und das sicher noch einige Monate lang! Außerdem hat eine unseren armen Berti-Hundewelpen in die Oberlippe gestochen. Der sah aus wie Homer Simpson und konnte sein Futter fast nicht fressen mit seinem geschwollenen Maul. 
Ich habe im Internet recherchiert. In Deutschland hat so ein geplagter Nachbar vor Gericht nicht Recht bekommen. Ich will natürlich nicht klagen, aber nächste Saison soll sich der Imker bitte eine andere Nachbarschaft aussuchen!








Die Weihnachtsdeko wird erst gegen Mitte Dezember aufgestellt - sehr wohltuend!





Warum die Ortstafel von Papoulia ausgerechnet am Friedhof gelandet ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Theorie des Besten aller Ehemänner: "Wahrscheinlich liegt da einer, der an die Tafel angefahren ist und tot war, die Tafel hat aber nicht mehr ins Grab hineingepasst."







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