Mittwoch, 25. September 2013


Was ich schon vergessen hatte:

Im Frühsommer war ich sechs Wochen weg von zu Hause. Da gewöhnt man sich schon bei einigen Dingen um und vergißt, wie es zu Hause war:
  • Als ich wieder in Wien war und ich kam auch nur in die Nähe eines Zebrastreifens, bremste sich schon ein Autofahrer ein und winkte mir sogar manchmal freundlich zu, daß ich die Straße überqueren könne. In Griechenland fiel das natürlich niemandem ein. Was aber auch nicht verwunderlich ist, denn es gab gar keine Zebrastreifen!
  • In Wien liefen in der Früh unaufhörlich die Jogger auf der Straße an mir vorbei. Da reibt man sich in Griechenland noch den Schlaf aus den Augen. Bestenfalls haben sich die Leute gewundert, wer wohl die Seltsame mit den Stöcken ist, die durch die Olivenhaine marschiert. Und das im Land, wo die Olympischen Spiele erfunden wurden. Damals muß es sich dabei aber um Griechen mit anderen Genen gehandelt haben!
  • Hunde gibt es sowohl in Griechenland als auch in Wien in großer Zahl. Aber in Wien haben sie mir plötzlich alle Leid getan, weil sie an der Leine gehen müssen, in Griechenland dürfen sie frei und wild sein und umherstreunen, wie sie wollen. Spätestens zur Fressenszeit sind sie eh wieder da.
  • Was ich am schönsten von den griechischen Angewohnheiten fand, ist, daß die Leute, wenn sie sich bedanken, ihre Hand aufs Herz legen. Diese wunderbare Geste gibt es bei uns leider nicht.

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