Dienstag, 14. Juni 2016

Tornado:

Da schaut man einmal kurz aus dem Fenster und was sieht man? Einen Tornado! Die Gewitter hier können sehr heftig sein, es kommen riesige Wassermassen, Hagel, und die Donner lassen einen erzittern. Die häufigsten Begleiterscheinungen sind Stromausfälle. Da schlägt schon mal ein Blitz in den Strommast ein und der brennt ab. Aber einen Tornado sieht man hier auch nicht jeden Tag!




 

 

Grundwortschatz auf Griechisch:

Beginnen wir einmal mit dem Klassiker - jeder Griechenland-Tourist, der zum ersten Mal im Land ist, stößt zunächst einmal auf ihn. Er wird andauernd vom Tavernenwirt gefragt, ob er ein Taxi braucht, obwohl er noch gar nicht mit dem Essen fertig ist. „Ein Taxi?“ ist aber in Wirklichkeit „Endaxi?“, was so viel heißt wie „Alles in Ordnung?“ oder „Gut?“. Schlampig gesprochen auch „Edaxi“, „Edax“, „Daxi“ oder „Dax“.
„Endaxi“ gehört zum Standard-Repertoire, genauso wie „Orea“ („Schön“). Auch „Orea“ lässt sich in allen Lebenslagen verwenden. Wenn ihn ältere Leute mit einem Schwall Griechisch überfallen, wehrt der Beste aller Ehemänner sie mit einer Kombination aus freundlichen „Endaxis“ und „Oreas“ ab. Zur Verabschiedung folgt dann noch ein kurzes „Ja“ oder „Ja, ja“, was für „Jassas“ steht, „Grüß Gott“ oder „Auf Wiedersehen“. Wenn man mit jemandem per Sie ist, sagt man Jassas, wenn man per du ist, dann Jassu. Will man sich die Unterscheidung sparen, steigt man auf das neutrale „Ja“ um.
Der zweite Klassiker ist das ständige Anbieten einer Zigarre seitens der Griechen auf Englisch. Einer der wichtigsten Ausdrücke in Griechenland ist „Siga, siga“ (betont auf a). Das heißt „Immer mit der Ruhe, langsam, langsam, nur ned hudeln!“ und wird ständig verwendet. Obwohl man es eigentlich gar nicht brauchen würde, denn man muss eigentlich eher selten jemanden bei einer Tätigkeit einbremsen.
„Kala?“ ist ebenso ein beliebter Ausdruck. Er wird gerne von wortkargen Leuten im Dorf verwendet, und für Ausländer. Da muss man nicht fragen, wie es geht, sondern fragt gleich „Gut?“
Mit diesen paar Ausdrücken kann man sich schon ganz gut durchs Leben schlagen. Und zur Not kann man sich mit international gültigen Ausdrücken behelfen. Kürzlich wurde der Beste aller Ehemänner nach seiner Familie befragt. Die Antwort lautete „Mama okay, Papa kaputt“.




Griechische Höflichkeitsfloskeln:

Das bringt mich schon zu den griechischen Höflichkeitsfloskeln, die mich frappant an die amerikanischen erinnern. Vermutlich haben sich die Griechen diese aber nicht von den Amerikanern abgeschaut, denn schließlich gibt es die Griechen schon ein ganzes Stück länger. Außer die amerikanischen Indianer (Ureinwohner auf Politisch Korrekt - aber das wird unter Donald Trump eh wieder abgeschafft), also außer die Indianer hätten schon seit Urzeiten so freundlich miteinander gesprochen, aber das schließe ich irgendwie aus, die hatten beim Büffeljagen sicher keine Zeit für so etwas. Könnte man also davon ausgehen, dass die griechischen Einwanderer in den USA diese Höflichkeitsfloskeln eingeführt haben? Möglich wär’s.
Jedenfalls beginnt jedes Treffen mit „Jassu! Ti kanis?“, auf Amerikanisch „Hi, how are you?“. Das kommt auch, wenn man sich drei Mal am Tag sieht, am Beginn jeder Telefonkonversation und vermutlich sogar, wenn man die Feuerwehr ruft, wenn gerade das Haus abbrennt.
Viele Griechen sind übrigens leidenschaftliche Telefonierer, jedes noch so kleine Detail wird intensiv besprochen. „Ti kanis“ bedeutet „Wie geht’s?“, heißt aber wörtlich „Was machst du?“. Na ja, und bei dieser Frage kann man ja ordentlich loslegen. Allerdings haben auch die Griechen nicht immer für langwierige Erörterungen Zeit bzw. gibt es vermutlich Leute, mit denen man dann doch nicht alle Informationen über sein Leben austauschen will. Dann muß man sich höflich bedanken und natürlich zurückfragen, und das muss alles während des Aneinander-Vorübergehens passieren.
Und dann wünscht man sich am Montag noch „Schöne Woche!“ und am Monatsbeginn „Schönen Monat!“, ganz abgesehen von „Schönen Abend!“, „Schönen Spaziergang!“, „Viel Erfolg!“ usw.
Die genialste höfliche Floskel ist aber „Chronia polla!“, wörtlich „Viele Jahre“. Es gibt praktisch keine Gelegenheit, bei der man diesen Ausdruck nicht verwenden könnte, außer bei Begräbnissen vermutlich, das wäre dann doch etwas verfehlt. Das ganze beginnt zu Neujahr, zieht sich über diverse christliche Feiertage wie Ostern und Weihnachten, wird verwendet bei Namens- und Geburtstagen und noch bei tausend anderen Gelegenheiten. Zusätzlich gibt es aber natürlich auch noch Ausdrücke wie „Frohe Ostern“ oder „Fröhliche Weihnachten“, man kann einander also unentwegt nur Gutes wünschen. Und „Chronia polla“ kann man ja fast das halbe Jahr verwenden, denn schließlich war ja vor zwei Wochen Ostern, und in zwei Tagen wird irgendetwas anderes gefeiert. „Chronia polla“  wünscht man dem Tankwart (ja, so etwas gibt es hier noch!), dem Kaffeehauspersonal, den Leuten, denen man auf der Straße begegnet, auch wenn man sie gar nicht kennt. Erinnert mich an das allgegenwärtige amerikanische „Happy holidays!“. Noch dazu hat man immer den Eindruck, dass es von Herzen kommt. Ganz schöne Vorgaben für den Mitteleuropäer, der immer gleich zur Sache kommt und für die Freundlichkeiten nicht immer Zeit aufbringt. Aber deswegen ist man ja hierher gezogen.





Braucht jemand ein Panzerfahrzeug? Ich könnte eines vermitteln! Im mehreren Farben erhältlich!





Weiße Pferde mit rotem Haar kannte ich nicht vor Griechenland.





Rasur gefällig? Hier wird man noch richtig in heiße Tücher gepackt, bevor dann die nervenaufreibende Arbeit mit dem Messer beginnt. Wird er eh nicht abrutschen? Nein, er versteht sein Handwerk. Das Gesicht ist nach der Rasur geschmeidig wie ein Baby-Popo!





 

Alte Tschesn:

Ist jemand von euch mit seinem alten Auto unzufrieden und hätte gern ein neues? Nun, wenn ihr euch anseht, was auf dem griechischen Land alles so herumfährt, liebt ihr euer eigenes Gefährt gleich sicher wieder viel mehr!
















Großer Beliebtheit erfreut sich - ob alt oder neu - der Lada Taiga. Mit dem rumpelt man über die Feldwege und die Löcher in der Straße. Und die kriegt auch noch der Mechaniker ohne Computerkenntnisse wieder hin.







Montag, 16. Mai 2016

Die liebevolle Wachablöse:

 


Sie sind eine Eliteeinheit, die Evzonen, die vor dem Grab des unbekannten Soldaten am Fuße des griechischen Parlaments Wache halten. Und die Wachablöse ist eine Touristenattraktion. Eine seltsame Zeremonie, finde ich. Na gut, Strumpfhosen trägt auch Robin Hood im Film, und der war ein Held. Dazu noch Bommeln an den Wadeln und den Schuhen und ein ganz langer am Barett. Soll auch sein, eine gewöhnliche Militäruniform trägt ja eh jeder. Und dann noch ein Rockerl und drei Kilo schwere Holzschuhe, mit Nägeln und einem Hufeisen beschlagen (so sieht es zumindest aus).





Langsam marschieren die beiden Soldaten die vorgegebenen Schritte, meistens vor und zurück und nach links und rechts und wieder zurück. Immer funktioniert es mit der Synchronität nicht ganz, aber es sei ihnen verziehen, denn mit so schweren Dingern an den Füßen ist das sicher keine leichte Übung. Außerdem müssen ja Beine und Arme ordentlich hoch gestreckt werden beim Marschieren in Zeitlupe.




Wenn sie damit fertig sind, folgt der seltsame Teil der Zeremonie. Ein dritter Soldat in normaler Uniform tritt auf und richtet die beiden anderen nacheinander ein. Er fasst sie an den Schultern und stellt sie zentimetergenau an die richtige Stelle neben ihren Wachhäuschen. Dabei spricht er mit ihnen, sie müssen aber ernst geradeaus schauen. Erzählt er ihnen einen Witz, um zu testen, ob sie ernst bleiben können? Vielleicht ist es aber auch etwas Liebevolles, denn danach wird das Barett auf dem Kopf gerichtet, mal ein bisschen mehr nach links, vorne oder rechts. Oder entschuldigt er sich beim Kameraden, weil er ihm so nahe treten muss? Ein griechisch sprachiges Mäuschen wäre ich gerne gewesen! Dann kommt die lange Quaste des Käppis dran. Mit ihr streicht er dem Träger fast zärtlich übers Gesicht, bevor er sie ihm auf die Schulter legt. Noch ein bisschen an der Uniform zupfen und in Ordnung bringen. Das alles nicht unbedingt zackig militärisch, sondern eher so wie es Mama bei ihren Kindern macht, wenn sie in der Früh in die Schule gehen.






Ja, und dann müssen sie eine Weile da so stehen, bis zur nächsten Wachablöse. Und dann darf man sich mit ihnen fotografieren lassen. Aber nur in einem gewissen Abstand, und nicht angreifen, und ernst muss man dabei sein, man bekommt genaue Instruktionen vom dritten Soldaten. Nur er darf den Wächtern nahe kommen. Als ein junges asiatisches Mädchen, das die Anweisungen anscheinend nicht verstanden hat, sich zu sehr annähert, wird sofort eingegriffen. Und wenn es ganz schlimm wird, lauert schon eine Spezialeinheit Polizisten hinter den Bäumen, um wieder Ordnung zu schaffen. Das hängt aber wohl eher nicht mit aufdringlichen Mädchen zusammen, sondern mit der Tatsache, dass auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament immer wieder Demonstrationen stattfinden, in die sich leider auch Gruppen mischen, die gewalttätig werden.







Auf zur Demo und zum Streik!

Seit Jahren wird in der Athener Innenstadt gegen die Sparauflagen demonstriert. Meist friedlich, manchmal mischen sich, wie gesagt, auch Anarchisten, Terroristen oder wie man sie auch nennen mag, unter die Demonstranten, werfen Molotow-Cocktails und zünden Autos und Häuser in der Umgebung an. Rund um den Syntagma-Platz, also mitten in der Innenstadt gibt es eine ganze Menge Geschäfte und Häuser, die inzwischen nur mehr verbarrikadiert und abgebrannt da stehen, weil keine Versicherung den Schaden übernimmt und weil die Gefahr zu groß ist, dass sie wieder angezündet werden. Und die Wirtschaftskrise tut ihr übriges, dass es zu keinem Wiederaufbau kommt.



Heute ist leider genau in der Gasse, wo ich die Tiefgarage benutzen will, eine Demo (wer glaubt, dass im achten Bezirk in Wien Parkplatznot herrscht, der fahre nach Athen!). Nachdem ich eine andere teure Garage gefunden habe, sehe ich mir das Ganze einmal an, sicherheitshalber nur aus der Entfernung, man weiss ja nie. "Ochi - nein" lese ich auf einem der Transparente. Die Demonstranten treten friedlich auf, ein Teil von ihnen sitzt in den umliegenden Cafés. Auf ihren Mopeds wehen schwarze Fahnen. Was sie sagen, verstehe ich leider nicht. Und die Polizei, die sich natürlich in einiger Entfernung eingefunden hat, hört wahrscheinlich gar nicht mehr zu, so oft haben sie die Parolen schon gehört.





Gegen die Sparmassnahmen wird übrigens auch öfter gestreikt. Am liebsten im öffentlichen Dienst und in den Banken. Dort sind es meist aber nur einzelne Gewerkschaftsmitglieder, die nicht zur Arbeit erscheinen. Interessanterweise gibt es auch Streiks von privaten Geschäftsinhabern, in Österreich nicht vorstellbar. Welche Geschäftsleute verzichten schon freiwillig auf Umsatz? Griechen sind da anders, für manche ist Stolz wichtiger als Geld.



Fertig gestreikt für heute - morgen ist auch noch ein (Demo)-Tag!

Zum Streiken wird - auch sehr interessant - immer wieder von der Regierungspartei aufgerufen. Nicht von der Regierung, aber der Partei, die an der Macht ist und die Sparmassnahmen durchsetzt. Da ist für jemanden wie mich, die mit der Idee der Sozialpartnerschaft aufgewachsen ist und wo es bestenfalls einmal in tausend Jahren einen Streik von Arbeitnehmern gegenüber Arbeitgebern gibt, erst einmal ein großes Umdenken angesagt. So laviert sich auch der griechische Premier durch. Er führt die Sparmassnahmen ein, lässt aber gleichzeitig wissen, dass er eigentlich eh gegen diese ist, indem er seine Partei zum Streik aufrufen lässt. Und es wird ja gar nicht gegen die Regierung gestreikt, sondern gegen die Kräfte von außen, die Schuld an dem ganzen Desaster sind, also die Deutschen und Konsorten!





Neues Familienmitglied:

Die Familie hat sich vergrößert! Entstanden nicht durch gut durchdachte Familienplanung, sondern durch das Einfach-vor-der-Tür-Stehen einer Katze.
Miezi schlüpfte eines Abends durch unseren Zaun und fand sich auch sogleich im Maul unseres Hundes Linos, von wo sie der Beste aller Ehemänner noch retten konnte. Miezi war erst vier Wochen alt und zog somit bei uns ein. Das bedeutete ein hartes Training für unsere Hunde, die Katzen ja als Beute sahen. Inzwischen sind sie fast schon Freunde geworden und Miezi teilt manchmal kräftig Hunde-Ohrfeigen aus. Zwei Geschichten über Miezis Einzug und ihre Pubertät findet ihr hier:


https://www.fischundfleisch.com/judith-innreither/miezikatze-7582 

https://www.fischundfleisch.com/judith-innreither/hyperaktives-kind-lieber-eine-ohrfeige-oder-doch-gleich-den-pracker-verwenden-8457

(Schaffe es leider nicht, einen Link reinzukriegen - bitte kopieren und im Browser einfügen, um die Beiträge zu lesen)










 

Auf ins Paradies!

Dieser Ort wird Paradiesia ausgesprochen. Ob es wohl wirklich paradiesisch dort ist? Oder ist es Paradeiser-Land? Vermutlich das Paradeiser-Paradies. Sollte ich einmal hinkommen, lasse ich euch wissen, wie es war.







Strandparadies

Apropos Paradies - entlang des westlichen Peloponnes reihen sich Sandstrände an Sandstrände, viele davon unverbaut. Obwohl es angeblich Pläne dafür gibt. "Gab" müsste man vermutlich sagen, der Krise sei Dank!








 

Olympia

Olympia, die Geburtsstätte der Olympischen Spiele. Die ganze Welt kommt hier her, viele auf Kreuzfahrtschiffen. Wer den Ort aber außerhalb der Hochsaison besucht, hat es recht gemütlich, denn dann sind nicht viele Leute unterwegs.


Die Ausgrabung von Olympia ist wunderbar! Erstens, weil es wirklich interessant ist (man sollte sich allerdings etwas einlesen, was die einzelnen Ruinen früher einmal waren). Zweitens, - und das ist ganz wichtig - es gibt viele Bäume auf dem Gelände und man ist der Sonne nicht erbarmungslos ausgeliefert wie an manchen anderen Ausgrabungen. Das ist ein Kriterium, das man nicht unbeachtet lassen sollte, denn manch einer hat es einfach nicht ausgehalten, auch im Frühjahr oder Herbst.
Nach der Besichtigung gibt es noch aufschlussreiche Museen zu besichtigen, durch die man alle zusätzlichen Informationen bekommt, um sich ein gutes Bild von der Bedeutung des Ortes zu machen.
Auf ins berühmteste Stadion der Welt!

 
In diesem Museum erfährt man alles über den Ablauf der Olympischen Spiele.


Es wird noch immer gegraben.

Die Werkstatt des Phidias, wo er die riesige Zeus-Statue für den Tempel schuf.


So hat es einmal ausgesehen!


Fries des Zeus-Tempels

Marc Aurel ist heute etwas kopflos.

Und danach geht's in die Taverne! Man wird in allen Sprachen bedient, und in allen Sprachen gehen einen auch die Händler auf die Nerven, die einen eventuell mit ihren Preisen übers Ohr hauen wollen. Ihre Hauptopfer sind aber eh die Amerikaner, die oft auch griechische Wurzeln haben, und ein "typisch griechisches" Souvenir mit nach Hause nehmen wollen, zum Beispiel Schmuck, den in Griechenland kein Mensch trägt.



Nichtsdestotrotz zahlt sich ein Besuch aus, auch schon wegen der sehr hübschen, bergigen und grünen Gegend. Und fühlt es sich nicht toll an, Wege zu beschreiten, wo schon Nero oder sonstige Wahnsinnige der Geschichte unterwegs waren? Nicht zu vergessen die Sportler, die damals vielleicht noch mit weniger Doping als heute ausgekommen sind.





Wenn ich gewusst hätte, dass der Leiner auch nach Griechenland liefert ...




 

Besuch eines Oligarchen in seinem von Philippe Starck designten Boot - bombensicher und extra luxuriös. Schön ist anders, finde ich. Aber geschenkt würde ich es auch nehmen, da wär' ich nicht so ...

Beeindruckender Fuhrpark



Mann mit Messer und Gewehr!

Kürzlich gehe ich mit den Hunden spazieren und biege in einen Feldweg ein, da steht ein Mann mit einem großen Messer vor mir! Oh Schreck, normalerweise begegnet mir niemand auf meinen Streifzügen. Aber es ist Winter. Es regnet viel, und das Unkraut wuchert. Das Unkraut ist aber nicht für jeden Unkraut, denn viele Griechen kennen sich gut mit den Pflanzen aus und gehen Horta-Schneiden. Ich habe also einen Horta-Sammler vor mir. Auch wenn ich ihn nicht gleich als solchen erkannt habe, denn er versteckt sich hinter einem Busch. Das wiederum hat mit der Angst vieler Griechen vor Hunden zu tun. Sascha, die Neugierdshundenase hat den Herrn gleich ordentlich beschnüffelt, und das war ihm nicht geheuer.
Horta bekommt man in den meisten Tavernen das ganze Jahr über. Horta steht für gekochte grüne Blätter. Oft ist es Spinat, es können aber auch Löwenzahn oder Brennnesseln sein. Manche Blätter sind bitter, sodass sie mehrfach gekocht werden, bevor sie auf den Teller kommen. Gewürzt wird das Ganze mit viel Zitrone. Wir würden es als Beilage sehen, aber es kommt meist vor der Hauptspeise auf den Tisch. Eine Speisenfolge gibt es ja nicht unbedingt in Griechenland.
Aber zurück zu den Männern in der Botanik. Im Winter wird man oft noch von Jägern überrascht, die auf Singvögel ballern. Man scheint ja sonst keine Hobbys zu haben. Die Jäger fürchten sich nicht so vor Hunden, sie schießen eher auf sie. Da ist es besser, man verlegt seinen Spazierweg umgehend. Und ich kenne auch Leute, die von Jägern angeschossen wurden, natürlich unabsichtlich, und meistens andere Jäger. Aber sicher ist sicher, Verrückte gibt es überall.