Sonntag, 28. Juli 2013

Ancona



Heimfahrt:

Die Heimfahrt verlief komplikationslos. Vorbei am peloponnesischen Eiffelturm Richtung Patras, wo in letzter Sekunde (und eigentlich auch noch 20 Minuten nach geplanter Abfahrt) die mit griechischen Melonen beladenen LKWs in den Hafen gebraust kamen. Aber irgendwann ist doch Schluß, und der Fahrer, der es nicht mehr schaffte und uns nur mehr beim Ablegen zusehen konnte, hat sich sicher in den Allerwertesten gebissen. Und sein Chef hat ihn bestimmt um einen Kopf kürzer gemacht.
Beim Zwischenstop in Ancona fuhr die Polizei auf, und es wurden vier versteckte Männer aus einem LKW geholt. Den Fahrer nahm die italienische Polizei mit, die vier Männer wurden per Fähre zurück nach Griechenland geschickt.
Währenddessen versuchte eine italienische Familie ihr Auto wieder flott zu kriegen, das ausgerechnet auf der Abfahrtsrampe der Fähre seinen Geist aufgegeben hatte, und zwei LKW-Fahrer waren sich nach einer Stunde und Betrachtung einer riesigen Straßenkarte nun doch einig, welche Route sie einschlagen würden. Der Truck-Fahrer, dessen Gummi-Spritzmatte auf der Fähre beschädigt worden war, schrie prophylaktisch alle Mitarbeiter der Fähre an (deren Reaktion ein Schulterzucken war), bevor er wutentbrannt den ganzen Gummi vom LKW herunterriss, ihn den Leuten vor die Füße schmiß und davon fuhr.

Eine kleine Sprachverwirrung gab es dann noch auf der Tankstelle in der Steiermark, denn ich wußte im Moment nicht, ob die Kassiererin deutsch oder englisch mit mir sprach. Es stellte sich dann heraus, daß es sich um Steirisch gehandelt hat. Aber es soll nichts Schlimmeres passieren.



Liebe Freunde,
Das war's aus Griechenland. Ich hoffe, Ihr habt einen Einblick in die griechische Seele bekommen und fandet manches auch zum Schmunzeln.
Ich mache eine kleine Pause und melde mich wieder im August, wenn ich zu neuen Zielen unterwegs bin.
Bis dahin yassas, pfiat eich und baba,

Judith































Freitag, 26. Juli 2013


Morgenspaziergang:

Täglich führt mich mein Morgenspaziergang durch die Olivenhaine gleich vor der Tür.
Auf dem Hügel angelangt, eröffnet sich die wunderschöne Aussicht auf die Bucht von Navarino, wo 1821 die Griechen ihre Unabhängigkeit von den Türken erlangten. Mit westlicher Hilfe wurden die meisten der türkischen und ägyptischen Schiffe versenkt. Diese liegen heute noch in der Bucht. Das Tauchen zu den Schiffen ist aber strengstens verboten.
Davor befindet sich die Lagune von Gialova, welche für Zugvögel der erste Rastplatz in Europa nach Afrika ist. Diese kann man im Winter und Frühjahr beobachten.
Auf dem Felsen daneben stehen die Ruinen einer Festung, von der aus man einen tollen Blick auf die kleine kreisrunde Bucht von Voidokilia hat. Diese war schon Schauplatz von mehreren internationalen Filmen mit Catherine Deneuve oder Ethan Hawke. Leider kenne ich Ethan Hawke nur vom Namen her. Vermutlich saß er letztes Jahr im Hotel beim Frühstück am Nachbartisch und ich habe es nicht mitbekommen. Damned - würde der Amerikaner sagen!










Neuigkeiten von Rudi, unserem Urlaubshund:

Also - Rudi heißt jetzt endgültig Rudi und wird nun auch von meinem Vermieter so genannt. Der Name dürfte Rudi gefallen, denn er kommt schon herbeigaloppiert, wenn man ihn ruft.Rudi ist wirklich ein guter Hund! Er frißt alles! Er mag sogar Brot. Das erleichtert uns sehr, denn jetzt brauchen wir endlich kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn wir hartes Brot wegwerfen wollen. In Rudis Magen ist es gut aufgehoben. Auch bei diversen Lebensmittelfehlkäufen, die sich in einem fremden Land nun mal nicht verhindern lassen, kommt uns Rudi sehr gelegen.  Harte und salzig schmeckende Loukoumades (gebackene Mäuse) verschlingt er genauso wie Tsatsiki- oder Wurstreste. Er ist nicht nur ein liebes, sondern auch ein brauchbares Tier!Vor meinem Griechenland-Aufenthalt besaß ich nie einen Hund. Ich wußte daher auch nicht, daß in diesem Fall die Baby-Sprache eingeführt wird. Frauli, Herrli, Fressi, Schüssi, Bauchi kratzi gehören zum Standard-Vokabular. Bei "Bauchi kratzi" wirft sich Rudi auch schon automatisch auf den Rücken, um in den Genuß einer Bauch-Massage zu kommen. Ich bin schon gespannt, ob ich zu Hause wieder meinen alten Namen zurück erhalte.Seit kurzem ist Rudi, er ist ja erst ein Jahr alt, zum ersten Mal verliebt. Das ist hart, denn die angebetete Hundedame seiner Wahl hat seinen Mitbewohner vorgezogen. Nach vielen nächtlichen Kämpfen mit dem Mitbewerber hat Rudi aufgegeben und liegt nun depressiv auf der Terrasse. Ich hoffe, ich muß nicht zum Hundepsychiater nach Kalifornien mit ihm!

Rudi schaut immer schon im Auto nach, ob eine Doggy Bag aus der Taverne mitgekommen ist



Vergißt Du eh nicht auf mich?


Dienstag, 23. Juli 2013





                                       Frisch vom Baum und schon Zellulitis!







                                                                                     Mord im Olivenhain?







                                       Eine Hundehitze ist das wieder heute!




  
                                                        Strand und Sand!





                                     Der Oligarch macht kurze Pause am Strand



Die griechische Sprache:

Die griechische Sprache ist schwer zu erlernen für Nicht-Griechen, sagen die Griechen. Wenn ich mir das Alphabet anschaue, glaube ich das gerne! Trotzdem habe ich es mir vor der Reise zur Aufgabe gemacht, das griechische Alphabet so halbwegs zu erlernen, damit ich zumindest Hinweisschilder entziffern kann. Das ist sehr nützlich, weil es Straßenhinweisschilder manchmal nur auf Griechisch gibt, und flugs ist man schon irgendwo, man weiß nicht wo, und der, den man nach dem Weg fragt, hat keine Ahnung, was man will, redet aber ohne Unterlass auf einen ein und fuchtelt mit den Händen in alle Richtungen.
Um das zu vermeiden, habe ich mich also mit der Basis der griechischen Sprache beschäftigt. Eigentlich hat das Alphabet viel zu viele Buchstaben. Es gibt mehrere i und s. Und manche Buchstaben spricht man im Zusammenhang mit anderen gleich gar nicht aus.
Und dann das Ja und das Nein. Ja heißt ne. Nein heißt ochi - viel zu lang! Das Schwierigste ist, im Gespräch mit einem Griechen daran zu denken, daß nein eigentlich ja heißt und die richtige Kopfbewegung dazu zu machen. Also ja zu denken, ne zu sagen und den Kopf nach vorne zu neigen und nicht zu schütteln. Mit ein bißchen Übung funktioniert es dann auch langsam.
Für viele Wörter braucht man ein bißchen, um sie sich zu merken. Aber das für mich wichtigste Wort habe ich mir gleich gemerkt: Sacharoplastio - die Konditorei!


Die deutsche Sprache ist voll von griechischen Fremdwörtern wie Logik oder Organisation. Ob sich im heutigen Griechenland der Sinn dieser Fremdwörter  jedoch schon jedem erschlossen hat, bezweifle ich. Schließlich kommt ja auch das Wort Chaos aus dem Griechischen.