Wie die meisten von Euch wissen, habe ich meinen langjährigen Job aufgegeben und habe jetzt sehr viel Urlaub aufzubrauchen. Da frau aber doch eine Beschäftigung braucht, kam mir eine Idee ...
Plötzlich überkam es mich - ich gehe unter die Blogger! Und das ist nun mein erster Versuch. Seid' mir nicht böse, wenn etwas nicht so professionell funktioniert, wie es sollte.
Da mir die plötzliche Eingebung eben erst, mitten unter dem Aufenthalt, gekommen ist, habe ich noch einiges nachzuholen.
Also - was bisher geschah:
Die Anreise:
Nächtens fuhren wir mit dem Auto zur Fähre Triest - Patras. Großteils gab uns Regen die Ehre auf der Strecke. Bei Ankunft in Triest gewitterte es noch einmal ordentlich und es schüttete wie aus Schaffeln.
Irgendwie schafft man es aber auch so zum Ticketschalter, und schon ging es auch auf die Fähre. Die pünktliche Abfahrt (!) haben wir aber nur mehr schlafend in unserer Außenkabine mit Bullauge miterlebt.
Mich wundert, daß sie nicht gleich Hängematten in die Kabine gehängt haben. So haben nämlich die Matratzen ausgesehen und sich angefühlt. Eine Tortur für vorgefallene und vorgewölbte Bandscheiben!
Ansonsten haben die Fähren ja schon Ähnlichkeit mit Kreuzfahrtschiffen. Sogar ein Casino gibt es. Es würde mich nicht wundern, wenn die vielen türkischen LKW-Fahrer an Bord ein ordentliches Sümmchen ihres Lohnes verspielt hätten.
Von Patras fuhren wir dann weiter in unser Domizil im Dörfchen Tragana, wo ich jetzt gerade schreibe …..
Kommunikationsschwierigkeiten:
Wir besuchen das kleine Museum in Chora (Hauptattraktion goldene mykenische Kelche, aber die Vitrine ist leer).
Wir: Where are the pots?
Dame im Museum: It's a problem!
Nach einer Weile: They will come back in one year.
Weitere Pause: Maybe.
Wir: Where are they now?
Sie: I don't know.
Mit einem Wort - eine fruchtlose Unterhaltung. Hätten wir halt vorher Griechisch gelernt! Obwohl - hätten wir dann andere Antworten bekommen? Das weiß nur Zeus am Olymp.
Zwei Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Griechenland:
- Ich habe erwachsene Rad fahrende Griechen gesehen - ich schwöre es! Nicht viele, aber es soll jetzt auch welche in Athen geben.
- Athen-Flüchtlinge: viele junge Leute flüchten zurück ins Hotel Mama und machen in der Provinz kleine Geschäfte auf (Mini-Markets, Eissalons, Tavernen). Alles sehr trendy und bisher in der Provinz nicht gesehen.
Besuch der Ausgrabung in Ancient MessinI, Peloponnes, und heroische Rettung:
Wir besuchen die wunderschöne Ausgrabung von Ancient Messini. Kann ich übrigens sehr empfehlen! Weitläufige Anlage an einem Berghang.
Während der Anfahrt haben sich schon riesige Gewitterwolken aufgetürmt, der Himmel ist auf einer Seite ganz schwarz, ich freue mich über die tolle Kulisse fürs Fotografieren. Der beste aller Ehemänner verzieht sich gleich ins Cafe am Eingang - (noch) zu viel Sonne, zu viel Steigung, zu viele alte Steine. Ich bin begeistert, gehe vom Theater zum Asklepeion zum Stadion und immer weiter. Das Donnern und das Tröpfeln hält mich nicht ab, es wird schon weiter ziehen. Doch dann schüttet es plötzlich wie beim Weltuntergang (und das in Griechenland im Sommer - eine Frechheit!). Ich rette mich unter die einzige überdachte Ausgrabung auf dem riesigen Areal und warte ab. Immer wenn ich meine, der Regen läßt etwas nach, wird er gleich noch stärker. Und so stehe ich da und warte. Wenn ich zurücklaufe, müßte ich mich danach komplett ausziehen, denn es hat auch ziemlich abgekühlt, aber das macht sich nicht so gut im Auto, wenn man durch die Dörfer fährt (hier ist man noch anständig). Also weiter warten.
Auch der beste aller Ehemänner ist in seinem Cafe gefangen. Trotzdem bricht er im Regen zur Rettung auf. Schnell ins Auto und rein beim Tor in die Ausgrabung. Das geht aber nicht! Nach einer kurzen griechisch-deutschen Diskussion geht es mit einem Führer durchs Gelände. Da ist er - mein Retter nach einer Stunde Wartens! Trotz aller Unbill hat er mich gefunden und rattert über die hochheiligen Steine aus der Antike bis zu meinem Unterschlupf! Er ist ja doch der Beste!
Da haut man ja den Hut drauf bei so viel Regen!
