Dienstag, 22. Oktober 2013
Die Flamingos sind noch da, in der Lagune von Gialova. Sobald die Sonne in der Früh ihre wärmenden Strahlen aussendet, werden sie aktiv. Unermüdlich steigen sie von einem Bein aufs andere und stecken ihre Köpfe ins Wasser. Und hie und da fliegen sie ein Stück und lassen sich wieder nieder.
Im Flug sehen sie ja nicht gerade super elegant aus, sie sind aber trotzdem faszinierend.
Flamingos gibt es nicht nur in lachsrosa, sondern auch in schwarz-weiß. Da sind sie noch jung, "hässliche Entlein" sozusagen.
Auf meinen Erkundungstouren bin ich ja zu meiner Überraschung auf eine hochmoderne Kläranlage gestoßen. Sie soll tatsächlich Wasser in Trinkqualität ausscheiden. Hier wird gerade das Abwasserrohr ins Meer verlegt. Warum so sauberes Wasser eigentlich draußen ins Meer geleitet wird, ist mir dann aber auch wieder nicht so klar ….
Mein Lieblingsspielzeug in der Kindheit - Schnecken mit Haus. Hier gibt es sie noch. Manche fahren auch auf dem Auto mit und erkunden so - nicht im Schneckentempo - die große Welt.
Jahreszeiten verkehrt herum:
Wenn ich zum Frühstücken auf der Terrasse sitze (ja, das kann man hier noch), habe ich den Eindruck, es wäre Frühling. Die Vöglein zwitschern fröhlich wie bei uns im Frühjahr, daß es eine Freude ist. Dabei zeigen sich auch einige süße Vogerl, die ich von zu Hause nicht kenne. Da ist einer mit gelbem Bauch, der beim Fliegen ganz süß zwitschert. Er hat einen wogenden Flug. Immer wenn er oben ist, zwitschert er, und dann fliegt er wieder einen kurzen Bogen nach unten, bevor er oben wieder seine kurze Melodie singt. Leider haben auch die furchtbar krächzenden Elstern, Krähen und Spatzen ihren Weg hierher gefunden. Die hätten ruhig da bleiben können, wo sie waren.
Kürzlich hatten wir einige sehr starke Unwetter mit viel Regen. Seitdem ist hier alles grün. Unter den Olivenbäumen, wo bis jetzt nur verdorrtes Gras war, sprießt es jetzt in saftigem Grün.
Verkehrte Welt - man könnte meinen, der Sommer kommt bald!
Marktwoche:
In allen größeren Orten gibt es regelmäßig Marktwochen. Nein, nicht Markttage wie es sie bei uns noch in kleineren Orten gibt, sondern ganze Marktwochen. Jeder - sogar die Nichtgriechen - haben gemeint, das müßte ich mir einmal anschauen. Gesagt, getan, auf nach Chora! Begonnen hat es damit, daß wir nicht ins Ortszentrum fahren konnten, denn da standen schon die Marktstände. Endlich war das Auto untergebracht, und wir machten uns zu Fuß auf den Weg. Die kleine Kirche konnte ich noch erkennen. Sie muß schon alt sein, denn normalerweise steht sie mitten auf der Hauptstraße im Ort und man muß entweder rechts oder links an ihr vorbeifahren. Außerdem sind die Ikonen schon fast ganz schwarz vom Kerzenrauch. Natürlich fand gerade eine Messe statt. Der Markt findet ja auch zu Ehren eines Heiligen statt.
Danach erkannte ich nichts mehr wieder in dem Ort. Die Straßen waren links und rechts mit Marktständen gesäumt, und oben drüber gab es noch ein Dach oder zumindest eine Plane. Ich habe mich wie auf einem Bazar oder Souk gefühlt. Bei vielen Dingen können die Griechen den jahrhundertelangen türkischen Einfluß nicht verleugnen. Auch die traditionelle griechische Musik, die an ein paar Ecken gespielt wurde, klingt ja sehr türkisch bzw. arabisch.
Auf diesem Markt gibt es (fast) alles! Für Haushalt, Garten und Heimwerker ist gesorgt. Schuhe, Kleidung, Süßigkeiten, Weihrauch, Kräuter und tausend andere Dinge lassen sich außerdem noch finden. Natürlich darf auch das Spanferkel nicht fehlen!
Der Bettwarenverkäufer hat seinen Stand offenbar auf einer Straßenkreuzung aufgeschlagen.
Die Orangen können bald ein zweites Mal geerntet werden!
Dieses Kännchen wird normalerweise zum Kochen des türkischen - pardon, griechischen - Kaffees gebraucht. Läßt sich aber auch hervorragend zum Kochen des Frühstückseis verwenden!
Rapsöl gibt es hier nicht, dafür Bohnenöl!
Wenn man mehr oder weniger in der Pampa lebt, hat eine kleine Stadt wie Kiparissia fast schon großstädtisches Flair. Immerhin steht hier der Eiffelturm! Und was es da alles zu kaufen gibt!
Dieses Geschäft ist der Traum aller Bastler!
Der enthauptete Lachs beim Fischhändler
Auch so kann man Urlaub machen! Vor ein paar Wochen sah ich junge Leute, die darin gewohnt haben. Den Vorplatz haben sie mit interessanten Basteleien geschmückt, wie zum Beispiel einem großen Pappmaché-Schwein, das ich im ersten Moment doch glatt für echt gehalten habe.
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