Sonntag, 22. September 2013

Anreise:

Wieder einmal schüttete es in Wien bei der Abreise, aber bald war es mit dem Sauwetter vorbei, und mein Mucki tuckerte nächtens gemütlich über Slowenien Richtung Triest. In Slowenen wies mir ein riesiger, milchig-weiß schimmernder Halbmond den Weg Richtung Westen. Gemütlich lag er halbschräg da, so als wäre er an eine Wand gelehnt und würde sich genüsslich die Welt von oben anschauen. Obwohl es auch Richtung Süden ging, wurde es immer kälter, bis zu 7 Grad, aber am Hafen in Triest hatte es dann schon erfreuliche 17 Grad. 

Mucki goes Greece - hier im Hafen von Triest

 
Mit einem kleinen Trick haben es der Beste aller Ehemänner und ich dann wieder geschafft, als Erste auf die Fähre zu fahren und als Erste in die Kabine zu kommen, um endlich zu schlafen. Interessanterweise war es dieselbe Kabine wie beim letzten Mal, und die vertraute Kuhle, um die Grube in der Matratze bundesdeutsch zu benennen, war auch noch da.

Am ersten Stop in Ancona sind wir aufgewacht. Wie immer kamen die türkischen LKWs, die mit der Fähre nach Igoumenitsa fahren, von wo sie in der Diretissima nach Istanbul weiterkommen, in der letzten Minute. Mit viel Geschrei und Flüchen der italienischen Hafenbesatzung fuhren viele noch mit, aber einige mußten wieder umdrehen.
Pünktlich kamen wir in Patras an, und weil wir ja schon schon fast alte Profis sind, haben wir als Erste die Fähre verlassen und uns auf den Weg durch den halben Peloponnes gemacht.






Ich kann nichts dafür, aber überall, wo ich neuerdings hinkomme, brennt der Berg. Hinter Kyparissia stand der Hang in Flammen, Hubschrauber und Löschflugzeuge waren im Einsatz, Schaulustige an der Straße.
Kurz danach noch eine Verzögerung - ein Markt in Kyparissia. Die Durchfahrtsstraße mitten im Ort abgesperrt und viele Stände aufgebaut. Neben dem üblichen Klimbim dürfte es sich um den peloponnesischen Fachjahrmarkt für Truthähne gehandelt haben. Hunderte von den Freunden mit den roten Halslappen haben auf neue Besitzer gewartet.
Und dann ging es endlich weiter ins Land der Millionen Olivenbäume - ich bin wieder da!



Diese Proviantbox eines älteren Ehepaars dürfte schon einiges von der Welt gesehen haben ….


Schon mal kurz auf der Fähre Sonne tanken!



Man sagt ja, daß sich Hund und Besitzer oft ähnlich sehen.
 

Dieselbe Statur

Derselbe Friseur



Eigentlich wollte ICH vor dem Supermarkt parken!



Sonntag, 28. Juli 2013

Ancona



Heimfahrt:

Die Heimfahrt verlief komplikationslos. Vorbei am peloponnesischen Eiffelturm Richtung Patras, wo in letzter Sekunde (und eigentlich auch noch 20 Minuten nach geplanter Abfahrt) die mit griechischen Melonen beladenen LKWs in den Hafen gebraust kamen. Aber irgendwann ist doch Schluß, und der Fahrer, der es nicht mehr schaffte und uns nur mehr beim Ablegen zusehen konnte, hat sich sicher in den Allerwertesten gebissen. Und sein Chef hat ihn bestimmt um einen Kopf kürzer gemacht.
Beim Zwischenstop in Ancona fuhr die Polizei auf, und es wurden vier versteckte Männer aus einem LKW geholt. Den Fahrer nahm die italienische Polizei mit, die vier Männer wurden per Fähre zurück nach Griechenland geschickt.
Währenddessen versuchte eine italienische Familie ihr Auto wieder flott zu kriegen, das ausgerechnet auf der Abfahrtsrampe der Fähre seinen Geist aufgegeben hatte, und zwei LKW-Fahrer waren sich nach einer Stunde und Betrachtung einer riesigen Straßenkarte nun doch einig, welche Route sie einschlagen würden. Der Truck-Fahrer, dessen Gummi-Spritzmatte auf der Fähre beschädigt worden war, schrie prophylaktisch alle Mitarbeiter der Fähre an (deren Reaktion ein Schulterzucken war), bevor er wutentbrannt den ganzen Gummi vom LKW herunterriss, ihn den Leuten vor die Füße schmiß und davon fuhr.

Eine kleine Sprachverwirrung gab es dann noch auf der Tankstelle in der Steiermark, denn ich wußte im Moment nicht, ob die Kassiererin deutsch oder englisch mit mir sprach. Es stellte sich dann heraus, daß es sich um Steirisch gehandelt hat. Aber es soll nichts Schlimmeres passieren.



Liebe Freunde,
Das war's aus Griechenland. Ich hoffe, Ihr habt einen Einblick in die griechische Seele bekommen und fandet manches auch zum Schmunzeln.
Ich mache eine kleine Pause und melde mich wieder im August, wenn ich zu neuen Zielen unterwegs bin.
Bis dahin yassas, pfiat eich und baba,

Judith































Freitag, 26. Juli 2013


Morgenspaziergang:

Täglich führt mich mein Morgenspaziergang durch die Olivenhaine gleich vor der Tür.
Auf dem Hügel angelangt, eröffnet sich die wunderschöne Aussicht auf die Bucht von Navarino, wo 1821 die Griechen ihre Unabhängigkeit von den Türken erlangten. Mit westlicher Hilfe wurden die meisten der türkischen und ägyptischen Schiffe versenkt. Diese liegen heute noch in der Bucht. Das Tauchen zu den Schiffen ist aber strengstens verboten.
Davor befindet sich die Lagune von Gialova, welche für Zugvögel der erste Rastplatz in Europa nach Afrika ist. Diese kann man im Winter und Frühjahr beobachten.
Auf dem Felsen daneben stehen die Ruinen einer Festung, von der aus man einen tollen Blick auf die kleine kreisrunde Bucht von Voidokilia hat. Diese war schon Schauplatz von mehreren internationalen Filmen mit Catherine Deneuve oder Ethan Hawke. Leider kenne ich Ethan Hawke nur vom Namen her. Vermutlich saß er letztes Jahr im Hotel beim Frühstück am Nachbartisch und ich habe es nicht mitbekommen. Damned - würde der Amerikaner sagen!










Neuigkeiten von Rudi, unserem Urlaubshund:

Also - Rudi heißt jetzt endgültig Rudi und wird nun auch von meinem Vermieter so genannt. Der Name dürfte Rudi gefallen, denn er kommt schon herbeigaloppiert, wenn man ihn ruft.Rudi ist wirklich ein guter Hund! Er frißt alles! Er mag sogar Brot. Das erleichtert uns sehr, denn jetzt brauchen wir endlich kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn wir hartes Brot wegwerfen wollen. In Rudis Magen ist es gut aufgehoben. Auch bei diversen Lebensmittelfehlkäufen, die sich in einem fremden Land nun mal nicht verhindern lassen, kommt uns Rudi sehr gelegen.  Harte und salzig schmeckende Loukoumades (gebackene Mäuse) verschlingt er genauso wie Tsatsiki- oder Wurstreste. Er ist nicht nur ein liebes, sondern auch ein brauchbares Tier!Vor meinem Griechenland-Aufenthalt besaß ich nie einen Hund. Ich wußte daher auch nicht, daß in diesem Fall die Baby-Sprache eingeführt wird. Frauli, Herrli, Fressi, Schüssi, Bauchi kratzi gehören zum Standard-Vokabular. Bei "Bauchi kratzi" wirft sich Rudi auch schon automatisch auf den Rücken, um in den Genuß einer Bauch-Massage zu kommen. Ich bin schon gespannt, ob ich zu Hause wieder meinen alten Namen zurück erhalte.Seit kurzem ist Rudi, er ist ja erst ein Jahr alt, zum ersten Mal verliebt. Das ist hart, denn die angebetete Hundedame seiner Wahl hat seinen Mitbewohner vorgezogen. Nach vielen nächtlichen Kämpfen mit dem Mitbewerber hat Rudi aufgegeben und liegt nun depressiv auf der Terrasse. Ich hoffe, ich muß nicht zum Hundepsychiater nach Kalifornien mit ihm!

Rudi schaut immer schon im Auto nach, ob eine Doggy Bag aus der Taverne mitgekommen ist



Vergißt Du eh nicht auf mich?